11.01.2018

Das Wort zum Freitag - Es ist ein Licht in der Dunkelheit




Seit unserer Gründung bemühen wir uns, pastafarianische Traditionen zu schaffen. Wir haben Zeremonien für Taufe und Hochzeit und wir haben eine Menge Feiertage.

Dabei waren wir nicht zimperlich und haben uns die meist von den Christen gekapert. Da gibts wenigstens kein ethisches Problem, haben die doch seinerzeit genau das Gleiche gemacht und hemmungslos geklaut. Selbst beim Geburtstag ihres Heilands stimmen weder Jahr noch Datum. Der wurde einfach von der Kirche auf den 25. Dezember gelegt um die Wintersonnenwende abzugreifen. Die war schon immer bei allen Völker ein beliebter Feiertermin.

In diesem Jahr kam ein Brauch dazu, "Das Licht in der Dunkelheit".

Uns waren die Herrnhuter Sterne aufgefallen, die immer ab 1. Advent an den Kirchen hängen. Die sahen cool aus, Angie hängt, natürlich einzig und allein deshalb, sogar immer eine Sonderanfertigung in XXXXXL in den Bogen vom Bundeskanzleramt.
Naja, vielleicht nicht nur, weil es schön aus sieht, sondern auch um noch den letzten Träumern klar zu machen, so weit her ist es nicht mit der Trennung von Staat und Kirche.

Auf jeden Fall wollten wir ebenfalls so was. Deshalb habe ich gebastelt und ein großes Lichtmonster an unseren Hausgiebel gehängt, das schon von weitem zu sehen ist.  Einfach dann, als es fertig war.

Nun waren in unserem Dorf zwei große Lichter zu sehen, der Stern an der Kirche und das Monster am Giebel. Plötzlich war der Stern an der Kirche wieder aus. Ich habe gesucht, warum und herausgefunden, der hängt bis zum Ende der Weihnachtszeit. Wann die aber vorbei ist, sehen die Christen  unterschiedlich. Für manche am 06. Januar, für andere am 02. Februar.

Kaum zu glauben, aber uns geht es ähnlich. Klar ist, das Monster wird zukünftig immer ab dem 1. Pastat am Haus strahlen. Aber wann nehmen wir es ab?

Die Idee war schnell da. Wir orientieren uns am Namensgeber unserer Kirche, Papst Al Zarkawi I. Dieser leider verstorbene Papst der Italiener hatte die Freundschaft zwischen unseren beiden Kirchen begründet. Auf dem Kalender der Chiesa Pastafariana Italiana war zu sehen, dort wird am 10. Januar Al Zarkawi Tag gefeiert.
Wir wollten wissen, warum. Geburtstag (10.März) und (Todestag 26.Dezember) konnten es nicht sein. Wir haben nachgefragt und bekamen die Antwort:  "Ahahaha! 😁keine Ahnung! Traditionen. Ohne Grund. Es wäre nicht das erste Mal, dass wir so was tun."

Na, wenn das so ist, dann machen wir einfach mit.

Zukünftig wird immer vom 1. Pastat bis zum Al Zarkawi Tag "Das Licht in der Dunkelheit" leuchten.

Nachtrag: Vermutlich hat auch der evangelische Pfarrer das Licht gesehen und in seiner Weihnachtspredigt über uns gemeckert. Das fanden zwei anwesende Besucher sehr interessant und so kamen sie dann auch bei uns zur Freitagsmesse vorbei.
Weiter so. :)

04.01.2018

Das Wort zum Freitag - Weiter geht´s




Auf in das neue Jahr.

Das Wetter ist, zumindest hier in der Uckermark, obermies, die Aussichten aber gar nicht so schlecht. Jedenfalls für das Pastafaritum und unseren Verein.

Vielleicht wird es nicht ganz so erfolgreich wie das letzte. Es war sagenhaft, wie wir da in den Medien waren. Die Liste hatte ich schon gepostet. Nur der letzte Artikel von der Berliner Zeitung unmittelbar vor Weinachten muss noch nachgereicht werden.

Die meiste Aufmerksamkeit brachten unsere Gerichtstermine. Weil die in diesem Jahr wohl fehlen werden, wird es nicht so viele Berichte geben. Eventuell könnte noch einer beim Oberverwaltungsgericht Potsdam zur weltanschaulichen Kopfbedeckung kommen, da warten wir schon sehr lange auf die Entscheidung zur Nichtzulassungsbeschwerde. Die hatten wir eingelegt, weil das Verwaltungsgericht keine Revision zugelassen hatte.
Ebenfalls Beschwerde haben wir beim Bundesverfassungsgericht eingelegt. Dort geht es um die Nudelmessenhinweisschilder und vor allem darum, ob wir als Weltanschauungsgemeinschaft anzuerkennen sind. Da rechnen wir mit einer Entscheidung über die Annahme der Beschwerde vielleicht schon im ersten Halbjahr. Bis zum Termin wird es noch ein paar Jahre dauern.

Ein Termin steht aber schon für 2018. Im August wird es in Köln eine Hochzeit nach dem Ritus unserer Kirche geben. Wenn das keine frohe Botschaft ist.

Was aber auf jeden Fall, wenn die Tendenz so weiter geht, zunehmen wird, sind die kleinen Aufgaben des Alltags. Immer mehr Anfragen von Schülern erreichen uns, die im Unterricht über das Monster sprechen. Die Ursprungsidee, das Monster in die Schulen zu tragen, scheint in Deutschland erfolgreich zu sein.
Das hört sich nicht so spektakulär an wie Gerichtsprozesse, aber ist mindestens genau so wichtig.

Auch in der deutschen Literatur taucht ES immer wieder auf. Damit meine ich nicht das tolle Sachbuch, das wirklich jeder Pastafari kennen sollte, sondern den Bereich der Belletristik. "Frau Merkel und das Fliegende Spaghettimonster" hatte ich schon einmal erwähnt. Heute habe ich noch "Der alte Dschinn und das Bier" gefunden.

Selbst in der Kirche wird schon offen von uns geredet. Natürlich nicht lobend, aber trotzdem mit positiver Wirkung. Nachdem der Templiner Pfarrer in der Weihnachtspredigt auf die bösen Umtriebe in unserer Stadt hingewiesen hatte, kamen gleich zwei dort anwesende Gottesdienstbesucher zur nächsten Freitagsnudelmesse.
Wir haben den Templiner Kirchen so viel zu verdanken.

Zwei Sachen werden im neuen Jahr auch neu werden, unsere Webseite und der Vorstand.
An ersterer arbeitet eine kleine Gruppe Spezialisten, der Vorstand wird in der turnusmäßigen Wahl im Mai gewählt und wenn alles so klappt, wie gedacht, wird der deutlich jünger.

Freuen wir uns auf das, was vor uns liegt und tragen wir, jeder an seinem Platz, dazu bei, dass der Aberglauben immer mehr an Einfluss verliert und der Humanismus immer mehr gewinnt.

RAmen