20.07.2017

Das Wort zum Freitag - Vertraulichkeiten



Am liebsten wäre mir´s, wäre gestern nicht das wilde Temperament einer Freibeuterin mit mir durchgegangen. Sicher habe ich gegen einen oder mehrere Wünsche des Monsters verstoßen. Froh bin ich, dass Es das wohl nicht so streng sieht. Schließlich zeige ich inzwischen Einsicht. Wer jetzt neugierig ist, liest einfach weiter.

Gestern rief mich ein Mensch auf der Arbeit an, dem ich zuvor einen Brief schickte. Er nannte seinen Namen und das Amt, in dem er beschäftigt war. So weit war das in Ordnung. Auf einen allgemein üblichen Gruß, wie „Guten Tag“ oder wenigstens ein freundliches „Hallo“ wartete ich vergebens. In breitem bayrischen Dialekt ging er sofort forsch zur Sache, wählte unaufgefordert das vertrauliche „Du“ und gab mir anschließend kurz und knapp einen Auftrag. Ich war platt und das will schon was heißen.

Was bildete sich dieser Kerl nur ein, dachte ich mir. Wie kommt er dazu, mich als wildfremde Person zu duzen, obendrein mir auch noch plump im Kommandoton einen Auftrag an Leute, die mir gar nichts sagen, hinterher zu schicken. Gut, schoss es mir durch den Kopf, Bayern haben den Ruf, gelegentlich sehr derb zu sein. Aber eigentlich wollte ich etwas von seinem Amt und er war in der Bringepflicht. Die raubeinige Piratin in mir gewann die Oberhand. Auch wenn gestern nicht der „Sprich Wie Ein Pirat Tag“ war, ich machte ihm alle Ehre. Den Typen jagte ich verbal zum Klabautermann und schickte noch diverse Flüche hinterher. Ich schwöre, der sagt nie wieder zu mir


„Grüß Gott“.

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