29.12.2016

Das Wort zum Freitag - Gunnars Glaube



Gunnar lebte bei seinen Großeltern im schönen Bayern. Er war sieben Jahre alt und ging das erste Jahr zur Schule. Seine Großeltern liebten ihn sehr und versuchten alles erdenkliche, um ihn über den Verlust seiner Eltern, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen, hinweg zu helfen. Damals war Gunnar gerade einmal fünf Jahre alt. Er musste seine gewohnte Umgebung von einem Tag auf den anderen verlassen. Von nun an lebte er nicht mehr am Meer sondern in den Bergen. Aber auch wenn er seine Eltern manchmal vermisste, fühlte Gunnar sich doch wohl auf dem Bauernhof seiner Großeltern. Er liebte die Tiere, die es dort gab und konnte sich in dem kleinen Dorf frei bewegen. Die Leute im Dorf waren nett zu ihm, schon weil sein Schicksal sie berührte. Gunnar lebte sich gut ein und fand auf seinen Streifzügen durch das Dorf bald Spielkameraden in seinem Alter. Sein erstes Jahr im Hause seiner Großeltern verlief für ihn gut, er hatte viele neue Eindrücke zu verarbeiten und das verdrängte immer mehr den Kummer. Schon bald entpuppte er sich als wahre Frohnatur.

Als Gunnar seinen sechsten Geburtstag gefeiert hatte, fragten ihn die Großeltern eines Sonntags, ob es ihm etwas ausmachen würde, wenn sie ihn mal für zwei Stunden allein lassen müssten. Dagegen hatte er nichts, denn er war kein besonders ängstliches Kind und ja nun schon sechs Jahre alt, also fast erwachsen, wie er meinte. Neugierig war Gunnar allerdings schon, warum er die Großeltern nicht begleiten sollte, wie sonst auch, wenn sie das Haus verließen. Die wichen seiner Frage allerdings aus und meinten, dass sie mit ihm darüber erst sprechen möchten wenn er etwas älter geworden ist. An den kommenden Sonntagen blieben die Großeltern wie gewohnt zu Hause und Gunnar vergaß die Geschichte, bis wieder mal ein Sonntag kam und sie ohne ihn los wollten.

Gunnar wartete ab, bis sie das Haus verließen und ging ihnen nach. Sie steuerten auf ein Haus zu, was etwas abseits vom Dorf auf einem Hügel stand. Es hatte einen hohen Turm und von dem Turm aus hörte er das Geläut einer Glocke. Nicht nur die Großeltern, sondern fast alle Leute aus dem kleinen Dorf strömten dort hin, alle herausgeputzt in ihrer besten Kleidung. Bis ganz auf den Hügel wagte Gunnar sich nicht, aber er wartete ab, was dort geschah und hörte bald, dass Gesang aus dem geheimnisvollen Hause kam. Als der Gesang verstummte, wurde es ihm bald langweilig und er beschloss, lieber wieder in das Haus der Großeltern zurück zu kehren. Als die beiden dann endlich heim kamen, hielt er es nicht mehr aus und löcherte sie so lange, bis sie nachgaben und das Geheimnis lüfteten.

So erfuhr Gunnar erstmals vom Glauben an Götter im Allgemeinen, von Kirchen und all dem, was man da so tut, vom Glauben seiner Großeltern und letztlich vom Pastafaritum. Seine Eltern waren Pastafari, glaubten also nicht an den Gott, den die Großeltern damals verehrten. Anfangs verstimmte die das sehr.
Als Gunnar dann geboren wurde und auf Wunsch der Eltern keine Taufe erhalten sollte, waren sie fassungslos. Die Eltern meinten, dass Gunnar, sobald er das vierzehnte Jahr erreicht hat, selbst entscheiden kann, ob er getauft werden möchte. Dann ist er alt genug, zu entscheiden, ob er sich einem Glauben zuwenden möchte, oder nicht. Das fanden die Großeltern bei näherer Betrachtung ganz einleuchtend. Sie versprachen den Eltern, Gunnar nicht mit ihren religiösen Ansichten zu beeinflussen.

Als dann der schreckliche Unfall geschah und die Eltern von einem Tag zum anderen nicht mehr da waren, begannen die Großeltern sehr stark an ihrem Glauben zu zweifeln. Ihr lieber Gott hatte sie im Sich gelassen, obwohl sie sich immer bemühten, so zu leben, wie es ihnen der Pfarrer in der Kirche predigte. Das war auch die Zeit, in der sie das Evangelium der Pastafari zu lesen begannen. Anfangs taten sie das mehr aus Verpflichtung gegenüber ihrem Enkel. So beim Lesen des Evangeliums freundeten sie sich jedoch ganz langsam mit dem Glauben an das Fliegende Spaghettimonster an. Sie waren sich einig, ihrem Enkel zu gegebener Zeit darüber zu erzählen. Vorerst hielten sie sich allerdings erst einmal ganz allgemein, um einen Sechsjährigen nicht mit all dem zu überfordern oder zu beeinflussen.

Als Gunnar an diesem Abend im Bett lag, konnte er lange nicht einschlafen und dachte über das Gehörte nach. Aber irgend wann klappten ihm doch die Augen zu und am anderen Morgen dachte er darüber nicht mehr weiter nach.

Seine Großeltern besuchten von Zeit zu Zeit die Kirche, aber Gunnar wusste ja nun Bescheid. Die Großeltern gingen nur deshalb noch zur Messe, weil sie ahnten, was ihnen blühte, wenn sie nicht lebten, wie alle anderen im Dorf.

Bald aber fingen die Dorfbewohner an, nach Gunnar zu fragen. Sie wollten wissen, warum er nicht mit zum Gottesdienst kam. Die Großeltern eierten herum, die Dorfbewohner wurden hartnäckiger und bohrten so lange, bis die Großeltern nicht mehr verheimlichen konnten, dass Gunnar nicht getauft ist und weil das Thema nun auf dem Tisch war, stellten sie sich hinter Gunnar und kehrten von einem zum anderen Moment ihrer Kirche den Rücken, erleichtet, endlich reinen Tisch gemacht zu haben. Das war das Ende der unbeschwerten Tage für Gunnar und gleichzeitig der Beginn seiner Schulzeit.

Von den vielen Spielkameraden blieb ihm nur einer übrig, Hans. Die Eltern von Hans hielten es ähnlich mit der Religion, wie Gunnars Großeltern. Sie sprachen mit Hans, als er die Geschichte über Gunnars Fliegendes Spaghettimonster mit nach Hause brachte und fanden es ziemlich schuftig, einen Freund zu verstoßen, bloß weil er nicht mit ihnen sonntags die Kirchbank drückt. So blieben Hans und Gunnar auch weiterhin Freunde.

Gunnar blieb es nicht erspart, den Religionsunterricht zu besuchen. Erst freute er sich, endlich mehr darüber zu erfahren, was da in dem Kirchlein auf dem Hügel so geschah, denn die Großeltern wollten von diesem Thema erst mal gar nichts mehr wissen. Dann wunderte er sich, dass nicht auch über andere Religionen Wissen vermittelt wurde. Also fragte er den Lehrer danach. Leider ging das so richtig in die Hose. Der Lehrer machte ihm deutlich, dass das hier nicht zur Debatte steht und schmiss noch ein paar unschöne Bemerkungen hinterher. Für den Rest der Klasse war das Feuer aufs Stroh. Ihre gelegentlichen Hänseleien wurden von nun an häufiger und schärfer. Die Klasse fühlte sich im Recht, hatte sie ja alle Erwachsenen auf ihrer Seite.

Seine Mitschüler begannen jetzt bei jeder passenden Gelegenheit mit dem Finger auf Gunnar zu zeigen, auf der Stelle zu hopsen und „Monster, Monster, Monster“ zu rufen. Dabei wurden sie immer lauter und traten immer kräftiger auf. Ohrenbetäubender Lärm entstand.

Gunnar war darüber sehr traurig, verließ die Schule auf schnellstem Wege, sobald sie zu Ende war. Nachmittags verabredete er sich zum Spielen mit Hans. Bald aber tauchte der Rest der Klasse auf, egal wo die beiden spielen wollten, um Gunnar zu ärgern. So verging der Herbst und der Winter kam, brachte Schnee und Eis mit.

Hans und Gunnar verabredeten sich zum Schlittschuhlaufen auf dem Dorfweiher. Der hatte schon ein paar Tage eine schöne Eisdecke. Sie setzten sich auf die Steinbank am Ufer und zogen die Schlittschuhe an. Die Bank erinnerte Gunnar an sein Zuhause am Meer. Auf genau so einer Bank saß er oft mit dem Vater und sah ihm dabei zu, wie er Netze reparierte. Dann zeigte er Gunnar auch immer einige Seemannsknoten. Das erzählte Gunnar jetzt seinem Freund. Dann prüften beide vorsichtig die Eisdecke, bevor sie sich aufs Eis wagten.

Es dauerte nicht lange, und der Rest der Klasse folgte. Gunnar und Hans verging die Lust aufs Schlittschuhlaufen. Langsam machten sie sich aus dem Staub und steuerten das Ufer an. Die Schulkameraden hingegen eroberten schnell den See. Wieder zeigten sie auf Gunnar, wieder riefen sie „Monster, Monster“ und sprangen dabei im Gleichtakt, sprangen und sprangen und dann knackte es. Durch die zu heftige Vibration brach das Eis und alle fanden sich im kalten Wasser wieder. „Hilfe“ brüllten sie aus vollen Kehlen, „Gott, rette uns.“ Doch der ließ sich weit und breit nicht blicken.

Die Hilfe kam einzig von Hans und Gunnar. Hans holte sein neues Taschenmesser, das sogar eine kleine Säge hatte, aus der Hosentasche. Schnell schnitt er damit den langen Strick durch, der an einer Trauerweide nahe des Weihers angebracht war. Unten am Strick baumelte noch der große Reifen, von dem aus sie im Sommer ins Wasser sprangen. Was war das für ein Spaß! Jetzt aber wurde der Reifen schnell über das Eis geschoben und gewissermaßen als Rettungsring eingesetzt. Das andere Ende des Stricks band Gunnar an der Bank fest. Alles ging blitzschnell, fast wie im Traum. Die Jungen kletterten einer nach dem anderen aus dem Wasser und rannten, so schnell sie konnten, nach Hause.

Am folgenden Tag war die Klassenstärke um die Hälfte geschrumpft, so viele hatten sich erkältet. Aber die, die zum Unterricht kamen, plagte das schlechte Gewissen. In der Pause gingen sie dann auf Gunnar und Hans zu, um sich bei beiden zu bedanken. Natürlich entschuldigten sie sich auch für ihr dummes Lästern. Einige waren sich nicht sicher, ob sie ebenso mutig und beherzt zur Rettung bereit gewesen wären und gestanden das auch Gunnar und Hans ein.

Jetzt zögerte Gunnar nicht mehr länger und erzählte der Klasse vom Fliegenden Spaghettimonster und was er alles schon von Ihm lernen konnte. Gespannt hörten die anderen Kinder zu und fragten sich am Ende, warum sie sich Gunnar gegenüber so idiotisch verhalten hatten. Ihnen wurde klar, dass sie sich ohne zu überlegen und nachzudenken von den Erwachsenen beeinflussen ließen, die es einfach nicht fertig brachten, tolerant gegenüber Mitmenschen zu sein, die nicht haargenau so ticken, wie sie selbst. Von nun an gelobten sie, erst einmal ihren Verstand einzuschalten, bevor sie sich auf Dinge einließen, die ihnen am Ende peinlich sein mussten.

Gunnar hatte es mit seinen Erzählungen geschafft, bei ihnen die Neugier auf das Fliegende Spaghettimonster zu wecken, denn das Gesagte fanden sie gar nicht so verkehrt. Sie wollten mehr über das Fliegende Spaghettimonster wissen. Das Gehörte verfehlte seine Wirkung bei Gunnars Klassenkameraden nicht und Gunnar ging von diesem Tage an wieder sehr gern in die Schule.

Den Tag am Weiher vergaß keiner der Gruppe. Gunnar entschied sich mit vierzehn Jahren, Pastafari zu werden, so wie der eine oder andere der Klasse auch.


So zog ein neuer Glaube in ein kleines Dorf Bayerns ein. Ein guter Anfang!

23.12.2016

Viertes Pastat



Zum vierten Pastat 
klopft der Lichterpirat 
schon fast an das Tor.
Hält Geschenke parat

wie sie jeder gern hat
holt auch Glühwein hervor.

Lasst den starken Kerl ein

Trinkt mit ihm ein Glas Wein
Damit der Lichterpirat 
auch was vom Lichterfest hat.

22.12.2016

Das Wort zum Freitag - Mein Gott: Spaghetti


Das Jahr neigt sich und ich fange langsam an, schon mal Berichte über uns für den Jahresabschluss zu sammeln.
Dabei bin ich auf eine Sendung von Radio Dreyecksland gestoßen. Die ist zwar schon ein bisschen älter, aber ich hatte sie bisher noch nicht veröffentlicht. So habe ich jetzt gleich ein schönes Wort zum Freitag für euch.

16.12.2016

3. Pastat



Die Christen staunen
die Moslems sind platt
die Juden raunen
heut ist drittes Pastat.


15.12.2016

Das Wort zum Freitag - Alle Jahre wieder....


... kommt unsere WeinAchtsMarktAktion zur Aufklärung, wie Weinachten wirklich war.

In diesem Jahr zum ersten Mal nicht Sonnabendnachmittag, sondern Freitagabend. Sie begann mit einer Enttäuschung. Bei der letzten Nudelmesse, als wir den Termin abgestimmt hatten, gab es haufenweise Begeisterung und ziemlich alle wollten dabei sein. 

Am Ende waren es doch wieder nur die üblichen Verdächtigen.

Na ja, nicht ganz. Mike Weeks, amerikanischer Dokumentarfilmer, war mit von der Partie. Der dreht gerade einen Film über die Church of the Flying Spaghetti Monster und war deshalb schon Donnerstag angereist, um unserere wöchentliche Freitagsmesse mit aufzunehmen. Ein lockerer Typ, mit dem man sofort klar kam und der das alles sichtlich genossen hat. Hoffen wir, dass dieser Film ähnlich erfolgreich läuft, wie sein letzter vergleichbarer. Wenn alles klar geht, soll im September Premiere sein.

Zunächst sah es so aus, als ob die Entscheidung für Freitagabend falsch war. Die Leute waren mächtig in Eile, kaum jemand nahm uns was ab. Der Weihnachtsmarkt selbst war so überfüllt, dass wir keine große Lust hatten, uns selbst dort mal an irgend einer Bude zu platzieren.

Aber dann ging es doch noch los. Eine Pastafarina wollte sich unbedingt mit uns fotografieren lassen, eine andere machte uns klar, dass es diese Kirche auch in Italien gibt. Sie war Italienerin und erfreut als sie hörte, wir stehen mit unserer Bruderkirche in sehr gutem Kontakt. Die Bemerkung, Chiesa Pastafariana Italiana höre sich aber viel besser an, als Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland, musste sie aber doch noch los werden.

Irgendwie schien nun das Eis gebrochen. Die Kontakte nahmen zu, woran wohl sowohl unser neues Banner als auch die mitgebrachten Fleischbällchen ihren Anteil hatten.


Drei Päckchen hatten wir gekauft und mit Zahnstocherfähnchen versehen. Sie waren deutlich vor den Flyern alle.
Auch schöne Diskussionen gab es wieder und nicht den geringsten Ärger. Das war auch schon mal anders


Ganz zum Schluss kam noch eine Gruppe auf uns zu. Die Jungs hatten schon von uns gehört und wollten uns mal den Mädels zeigen. Eins war besonders interessiert und wollte ganz genau wissen, was wir warum und wie machen. Das hatte ihr wohl so gut gefallen, dass es dann noch für jeden von uns eine Umarmung gab.

Mike hatte also einiges zu filmen. Mal sehen, was davon in seinem Film zu sehen sein wird.


Nachtrag:
Als ich am Sonnabend erfahren habe, dass die Chiesa gerade einen neuen Papst bzw. in dem Fall eine neue Papessa gewählt hat, habe ich ihn auch noch dorthin vermittelt. Wir werden also auch noch was von den Italienern sehen. 

09.12.2016

2. Pastat




Heut zum 2. Pastat

gehen wir an den Start
um die WeinAcht zu künden
Ihr müsst uns nur noch finden. 


18:00 Uhr, Kulturbrauerei Berlin, Eingang Knaackstraße :)

08.12.2016

Das Wort zum Freitag - Rahbaumkugeln




Jedes Jahr bringen wir die wahre Geschichte unter die Leute, wie WeinAchten entstand. In diesem Jahr treffen wir uns am Freitag, d. 09.12.16 um 18:00 Uhr am Eingang Knaackstraße der Kulturbrauerei in Berlin. Dort verteilen wir unsere Flyer, Button und Aufkleber und kommen dabei ganz sicher auch wieder schön ins Schwatzen mit den Leuten. Wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen.

Die meisten von euch werden die Geschichte schon kennen, aber wir haben etwas neues in unseren Archiven ausgegraben. Nichts Wesentliches, aber ein schönes, kleines Detail.

Ihr erinnert euch sicher an den Knaben, der den Weinbecher des Piraten umstieß, worauf ihn dieser ermahnte: "Du musst den Wein achten."

Dieser Knabe wurde, wie wir nun herausgefunden haben, von allen nur Blasen-Jan genannt. Nein, nicht weil er immer so schnell durch den Sand wetzte, dass er Blasen an den Füßen hatte. Es hatte viel mehr mit seiner Scheu vor Seife zu tun. Er hasste es, sich zu waschen und strampelte auf Teufel komm raus und schrie, wenn seine Mutter das mit Gewalt versucht. Dabei bekam er einmal etwas Wasser in den Mund und zu seinem Erstaunen kam dann aus diesem eine Blase, als er weiter schreien wollte. Verdammt, sah die toll aus als die ins Moos fiel und dort in der Sonne glitzerte.



Aber es schmeckte fürchterlich. Also musste er sich was einfallen lassen, wie er anders Blasen machen konnte. Schon der erste Versuch mit einem Strohhalm klappte prima und so sah man Jan immer öfter mit dem und einem Napf Seifenwasser. 

Bald war er nicht mehr der Einzige, der seine Freude am Seifenblasen hatte. Auch andere Kinder fanden das prima und machten mit. Nur eins bedauerten sie immer, die Blasen platzten zu schnell. 





Ihr erinnert euch noch an den Rahbaum, den die Kinder immer zur Begrüßung der Piraten am Strand aufgebaut hatten, wenn die von der letzten Kaperfahrt des Jahres zurück kamen? In einem Jahr war es da schon richtig kalt. Na ja, noch nicht der ganz tiefe Frost, aber doch schon unter Null Grad. Das Seifenblasen machte gerade noch so Spaß.

Da passierte es. Eine der Blasen fiel nicht in den Sand am Strand, sondern auf den Rahbaum. Dort platze sie aber nicht, sondern fing an zu gefrieren. Das sah so toll aus.



Nach und nach waren kleine Sterne zu sehen, die sich auf der Blase ausbreiteten bis die zum Schluss völlig bedeckt war.

Das wollten natürlich alle sehen uns so bliesen die Kinder ihren Seifenschaum direkt auf den Rahbaum. Nach und nach war der übersäht mit gefrorenen Kugeln, die wunderbar im Abendlicht, es war schon spät geworden, schimmerten.



Gleich am nächsten Morgen wollten sie weiter machen, doch da war der Wind wieder viel zu steif geworden. Keine Blase blieb mehr liegen.

Ein Pirat, der einst als Gefangener in einer Glasmanufaktur arbeiten musste, versuchte die Kinder zu trösten. Er blies kleine Blasen aus Glas um einen Draht und hängte die an den Rahbaum.



So entstand die Tradition der Rahbaumkugeln.

02.12.2016

Ein nudliges 1. Pastat allen Pastafari...


....und auch sonst allen, die es feiern möchten.
Zum 1. Pastat
trinkt der Lichterpirat in feiner Manier ein sehr kühles Bier. Der Lichterpirat greift zum 2. Pastat nach zwei kühlen Bieren, muss sich nicht lang zieren. Drei Bierchen geh´n auch, so will es der Brauch zum 3. Pastat. Prost, Lichterpirat. Und in diesem Jahr trinkt vier Flaschen gar zum 4. Pastat unser Lichterpirat. Eure Elli Spirelli

01.12.2016

Das Wort zum Freitag - Sieg für den Bund für Geistesfreiheit


Herzlichen Glückwunsch unseren Freunden vom BfG nach Bayern. Nach vier Niederlagen in den Vorinstanzen hat nun das Bundesverfassungsgericht für sie entschieden. Eine kleine Ursache, aber ein großer Schritt bei der Fortführung der Säkularisierung in Deutschland.

Aber lassen wir Assunta Tameleo, die das Ganze maßgeblich eingefädelt hat, selbst reden:


"Der Bund für Geistesfreiheit München hat vor dem Bundesverfassungsgericht mit seiner Beschwerde endlich Erfolg gehabt. Am heutigen 30.November gegen neun Uhr Ortszeit erreichte uns die frohe Botschaft aus Karlsruhe. Es hat neuneinhalb Jahre gedauert, genau genommen seit Karfreitag im April 2007 bis zum heutigen Tag, bis wir in vierter Instanz endlich recht bekommen haben.

Die Entscheidung lag in Karlsruhe seit 2012 als demnächst zu entscheidendes Verfahren an. Und wir vom bfg München waren schon gar nicht mehr sehr zuversichtlich, wann bzw. was dann denn nach doch relativ langer Zeit in unserer Sache entschieden werden würde.

Zur Erinnerung: im Jahre 2007 beschloss der damalige Vorstand des bfg München unter der damaligen ersten (heute stellvertretenden) Vorsitzenden Assunta Tammelleo auf deren Antrag hin, sich mit dem Bayerischen Feiertagsgesetz zu beschäftigen. Dieses Gesetz zwingt zum Beispiel auch Agnostiker, Atheisten, Konfessionslose, Andersgläubige, am sog. „Stillen Tag“, dem Karfreitag, an Stätten mit Schankanlagen nicht zu Musik zu tanzen. Dies werteten wir damals als einen Zwang, der sich mit  unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung im 21. Jahrhundert nicht vereinbaren lässt.

In diesem Land herrscht Religionsfreiheit, und das schließt die negative Religionsfreiheit mit ein. Warum sollen wir an einem für alle Menschen freien Tag nicht zu einem Fest oder zu einer Party einladen dürfen in eine Gaststätte oder ein Theater, um dort zu feiern, zur Musik zu tanzen? Schließlich würden alle gesetzlichen Auflagen beachtet (Emissionsschutz, Jugendschutz etc.), und zum Betreten dieser Stätte würde ja niemand gezwungen? Es würde den gläubigen Christen ja damit nicht verboten, am Tag des Todes ihres Herrn zu trauern…

An Karfreitag 2007 entdeckten wir ohne große Mühe ca. 400 Party-, Musik/Tanzveranstaltungen in München und unmittelbarer Umgebung. Das Bedürfnis, an einem solchen, freien Tag nicht zu traurig und still zu sein, war auch damals – und ist heute noch – sehr groß. Allein, wenn man bedenkt, dass in München selbst mehr als die Hälfte der Bürger/Bürgerinnen aktuell keiner christlichen Konfession angehören. Somit haben wir gezielt in Aufmachung und Werbung dafür gesorgt, dass gerade unsere geplante Party unter dem Motto „Heidenspaß statt Höllenqualen“ vom Erzbischöflichen Ordinariat München Freising entdeckt und beim Kreisverwaltungsreferat München angezeigt wurde. Nur als vom Verbot betroffene Instanz stand uns der Klageweg frei. Und den wollten wir bestreiten. Alleine der Bescheid des KVR München, dass die ganze Veranstaltung verboten wird, hat 300,00 € gekostet. Den Bußgeldrahmen, den der Gesetzgeber vorsieht, hat das KVR München in unserem Fall gleich ganz ausgeschöpft. Zwischen 150,00 bis max. 15.000,00 € sind hier angesetzt. Unsere Party wurde – bei Zuwiderhandlung gegen das ausgesprochene Verbot – mit dem höchstzulässigen Bußgeldsatz von 15.000,00 € belegt.

Alles Weitere ist Geschichte. Anstatt richtig Party zu machen schauten wir den geplanten Film „Wer früher stirbt ist länger tot“ von Marcus H.Rosenmüller im Oberangertheater München an und sangen dazu im Anschluss mit dem ganzen Saal mehrere Lieder acapella, darunter „Amazing Grace“ und „We shall overcome“. Dann klagten wir, verloren am Bayerischen Verwaltungsgericht, am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof und am Bundesverwaltungsgerichtshof in Leipzig (2009). Von dort wanderte das Verfahren nach Karlsruhe und ruhte dort zunächst. Nun, das Warten hat sich gelohnt. Dort haben wir heute gewonnen."

Wir, Elli Spirelli und Bruder Spaghettus, können sogar ein kleines bisschen mit Stolz auf diesen Erfolg sein, denn wir sind beide Betreuungsmitglied im BfG. Dazu muss man nämlich nicht zwingend aus Bayern sein.

Zeigt, dass ihr die gute Sache unterstützt!
Werdet auch ihr dort Betreuungsmitglied, es gibt schon einig Doppelmitgliedschaften KdFSMD e.V/BfG.

Es kostet euch nicht mal was, die Mitgliedschaft ist beitragsfrei. 


Aber weil der BfG, genau wie die Kirchen, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, bekommt er für jedes Mitglied jährlich einen Grundbetrag. Auch wenn der minimal ist, so können wir mit dazu beitragen, dass das Ungleichgewicht in der Förderung von Weltanschauungen ein kleines bisschen verringert wird.

Wer möchte kann natürlich auch bei moderatem Jahresbeitrag ordentliches und stimmberechtigtes Mitglied werden.

Also ob so oder so, macht mit.

24.11.2016

Das Wort zum Freitag - Der Faule Freibeuter



Auf gar keinen Fall meine ich damit einen unserer tapferen Piraten. Nein, das zielt eher auf die Pastafari unter uns ab, die die Pastatszeit aus dem einen oder anderen Grunde nicht ganz so entspannt genießen können, da sie viele andere Dinge auch noch erledigen müssen.

Da in diesem Jahr endlich wieder vier mal Pastat gefeiert werden kann, gehören vier Lichter auf dem Pastatskranz. 1. Pastat ist schon am 2. Dezember, dann folgen 2. bis 4. Pastat am 9., 16. und 23. Dezember bis endlich das Nudelige Lichterfest uns alle erfreut.

Mehr Zeit für all die Vorbereitungen, die so in der Pastatszeit anstehen. Vielleicht habe ich mir gerade deshalb den „Faulen Freibeuter“ einfallen lassen. Inspiriert haben mich dabei wieder einmal unsere italienischen Brüder und Schwestern. Als wir in Salerno am Jahrestreffen der Pastafari Italiens teilnahmen, erbeutete ich einen Ohrring, auf dem ein Piratenfisch abgebildet ist. Dieser Piratenfisch ist ganz besonders, denn er ist nur aus einem einzelnen Spaghetti gestaltet und wie ich finde, leicht nachzuzeichnen.

Also kaufte ich mir Kekse und probierte mich aus. Das Ergebnis seht ihr auf dem Foto und erkennt sicher auch, welches der Scherzkeks unter den Keksen ist.

Na gut, alle Piratenfische sind nicht perfekt geworden. Nachdem ich die Kekse auf ihrer glatten Seite bemalte, ging das schon besser. Aber egal, die werden ja sowieso alsbald verputzt werden. Also traut euch und probiert es ebenfalls aus. Mir hat es viel Spaß gemacht und wenig Zeit gekostet.

Habt alle eine schöne Pastatszeit und zeigt mir auch mal eure Ergebnisse.

Eure Elli Spirelli




17.11.2016

Das Wort zum Freitag - Der Handel im Wandel



Es ist schon lange wieder soweit. Alle Discounter schmeißen sogenannte Weihnachtsleckereien in die Regale. So mancher Pirat stopft schon fleißig Pfefferkuchen in sich hinein und greift heißhungrig zu Marzipan und ähnlichen Hüftgoldzaubermitteln. Die christlichen Würdenträger stört es, dass ihre heilige Weihnachtszeit, die Besinnung bringen soll, so ignoriert wird und schon weit vor der Adventszeit angebliche Weihnachtsleckereien angeboten werden. Sie vergessen dabei, dass erst sie diese Leckereien zu Gebäck, das erst ab ihrem 1. Advent gegessen werden darf, gemacht haben. Nüchtern betrachtet, ist es seit Alters her einfach nur Gebäck der Saison.



Wir Pastafari hingegen freuen uns über den tüchtigen Handel, der mit der Zeit geht. Er hat den großen Aufschwung des Pastafaritums erkannt und sich längst auch darauf eingestellt. Anfangs mussten wir noch sehr lange suchen, um Piratenutensilien kaufen zu können. Lediglich in der Faschingszeit konnten wir uns eindecken oder kurz vor Helloween. Also standen handwerkliche Fähigkeiten hoch im Kurs. Aber das ist schon lange nicht mehr so. Es werden nicht nur die Utensilien angeboten, wir Pastafari können schon seit einigen Jahren die verschiedensten Kleidungsstücke, verziehrt mit dem Jolly Roger, erwerben. Die Blusenmode dieses Jahres schmeichelt jeder Freibeuterin. Modern ist nicht erst seit diesem Jahr das Tragen eines Piratenkopftuchs. Für die Kleinen gibt es Mal- und Bastelbücher mit Piraten. Piratengeschichten sind in Kinderbüchern beliebt. Ein bekannte Drogeriehandelskette bietet vom Waschlappen bis zum Spritzspielzeug für die Badewanne genau das Richtige für unsere (Jung)pastafari - ihr wisst ja, dass es für eine glückliche Kindheit nie zu spät ist. ;)


Immer mehr Kinderveranstaltungen laufen unter dem Motto „Piratenfest“ oder „Piratenschatzsuche“. Auch Erwachsene schätzen dieses Motto immer mehr. Es kann auf Piratenschiffen gefeiert werden oder Gasthäuser sind zu Piratenparadiesen umgestaltet. Sogar im erzkatholischen Münster finden wir ein solches. Wenn ihr eure Denkmurmeln mal etwas in Schwung bringt bzw. die Augenklappe ab und an lüftet, um wachen Auges durch eure Ortschaften zu streifen, werdet ihr mir zustimmen und vielleicht sogar noch einige neue Beispiele auftischen können.

Es ist sooo schön, Pirat zu sein.


PS. Den Schokopiraten von oben gibt´s hier. 

13.11.2016

Wir haben genudelt....



...und schön war´s.Zwar kamen im letzten Moment noch ein paar Absagen, aber unser Stammtisch war doch ziemlich voll. Erstmalig waren sogar die Neunudeln in der Überzahl. Trotzdem lief alles wie immer, locker, lustig und mit Gesangseinlage. "Ein bissfest Burg" von unserer CD ist inzwischen fester Bestandteil der Messe geworden. Ebenso wie das Einläuten selbiger per Nudelsieb. Dass das nicht auf den Kopf gehört, sollte sich ja inzwischen rum gesprochen haben. 

Wie gut die Messe ankam kann man daran sehen, dass wirklich fast alle zugesagt haben, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein. Da geht es dann nicht um eine Messe, sondern um unsere alljährliche Weihnachtsmarktaktion. 

Am Freitag, d. 09.12.2016 treffen wir uns am Eingang Knaackstraße der Kulturbrauerei in Berlin um wieder die wahre Weinachtsgeschichte unter das Volk zu bringen. Nö, da fehlt jetzt kein h, das muss so. Wer´s nicht glaubt, kann es hier nachlesen. Natürlich könnt ihr auch gerne mit beim Verteilen helfen. Macht echt Spaß, oft ergeben sich schöne Gespräche und Diskussionen dabei. 

Aber hier nun erst mal noch ein paar Bilder von der Messe. 











10.11.2016

Das Wort zum Freitag - Vom Ursprung des Whisky




Guiseppe hatte die Nase voll, und das gleich im doppelten Sinn. Es stank bis in sein Städtchen Visciano herüber vom Vesuv und dieser Gestank vertrieb ihm die Gäste. Wenn das noch ein, zwei Wochen so weiter ging, müsste er wieder schließen.

Dabei hatte das Jahr 1434 für ihn toll angefangen. Obwohl, ganz so toll doch nicht. Die Maurer hatten gepfuscht und von seiner neu eröffneten Pasteria, die er stolz nach seiner Familie Scotti de Visciano genannt hatte, waren Putzteile abgefallen. Nun stand nur noch Scotti Visci über der Tür.
Aber irgendwie hörte sich das gut an und so hat er bei der Reparatur des Putzes diesen Namen gleich übernommen.

Den sollte bald jeder kennen. Bis aus Neapal reisten die Leute an, um bei Guiseppe zu essen. Es gehörte zum guten Ton, seine Malzpasta zumindest einmal im Leben probiert zu haben. Malz unter das Pastamehl gemischt, das war sein ganz großer Trick und, obwohl manche versuchten, das nachzuahmen, an seine Rezeptur kam niemand heran. Bei ihm war halt nicht nur die Pasta gut, sondern auch die Soßen und was es sonst so auf den Teller gab.

Er hatte schnell ein schönes Sümmchen zusammen gespart und sich davon eine kleine Experimentalküche eingerichtet. Vielleicht hätte er das lieber nicht tun sollen, denn das Geld hätte er jetzt gut gebrauchen können. Zumindest hatte er erst mal mit dem Experimentieren aufgehört. Es lag ja nicht an seinem Essen, wenn die Gäste nicht kamen, sondern am Vesuv. Daran würden auch neue und noch bessere Gerichte nichts ändern.

Guiseppe fühlte sich traurig und ausgebrannt. Was sollte er nur tun? Das Restaurant ganz abschließen und erst mal auf Wanderschaft gehen? Weit weg vom Vesuv noch mal neu anfangen? Vielleicht war das wirklich keine schlechte Idee und so machte er sich auf den Weg.

Weit sollte er nicht kommen. Schon kurz hinter den letzten Häusern in der Nähe von Elios Weinberg stürzte er so schwer, dass er hilflos liegen blieb. Nicht mal aufrichten konnte er sich noch selbst und wenn er das kleine Stückchen Knochen aus seiner Wade spießen sah, wurde ihm zu allem Schmerz auch noch schlecht. Ein fahrende Weinhändler fand ihn und lud ihn auf seinen Karren. Geld für einen Doktor war nicht mehr da, so musste Guiseppe sich von seinem alten Vater verbinden und pflegen lassen. Der gab sich viel Mühe, holte dieses und jenes Kraut um die Entzündung in den Wunden zu stoppen und hatte letztlich auch Erfolg. Aber diese Behandlung hatte extrem lange gedauert. Guiseppe war so abgemagert, dass ihn keiner mehr erkannte, als er das erste Mal wieder auf die Straße humpelte. Seine Pastaküche hatte er verkaufen müssen, nun wollte er nachsehen, was jetzt dort los war.

Welche Überraschung, es sah alles aus, wie er es kannte. Der neue Eigentümer hatte sehr schnell gemerkt, er würde hier auf keinen grünen Zweig kommen. So hatte er noch nicht einmal den Namen der Pastaria geändert. Guiseppe, oder einfach Scotti, wie ihn die nannten, die ihn noch aus der Schule kannten, wurde neugierig. Er sah durch die Fenster und dabei fiel ihm die Experimentierküche ein. Klar, zu der hatte er doch noch den Schlüssel.
Sobald er aufgeschlossen hatte, schlug ihm ein Geruch entgegen, wie er ihn aus dem Haus seines Onkels kannte. Immer, wenn der Maische für seinen Familienbrand angesetzt hatte, roch es ähnlich wie jetzt die Reste seines letzten Experiments.
Na, da war doch klar, was Scotti nun machte, alles rein in die Destille. Der Schnaps brannte im Hals, aber er machte munter. Da musste sich doch was draus machen lassen.

Mit immer neuen Versuchen, angefangen von der Zusammensetzung der Maische bis zum Lagern in verschiedenen Fässern, meist alte Weinfässer aus der Umgebung, tastete sich Guiseppe weiter an das heran, was er sich vorstellte. Doch es wollte und wollte nicht gelingen.

Da hatte er eines Nachts einen Traum. Ein seltsames Wesen, das aussah wie eine Portion Spaghetti sprach zu ihm. Was hat Scotti nie verraten. Er wäre ja auch schön dumm, solch ein Rezept weiter zu verbreiten. Ihm war klar, damit würde er viel Geld verdienen. Nur ein zugkräftiger Name fehlte noch, einer, der ihn genau so bekannt machen würde wie sein Getränk. Viel überlegen musste der nunmehrige Brenner aber nicht. Scotti Visci war doch damals schon richtig gut eingeführt, damit konnte man also weiter machen.

Wie richtig das spekuliert war merkte man daran, dass ihn schon bald in der ganzen Kampanien und später in ganz Italien jeder kannte. Genau so, wie es früher zum guten Ton gehörte, einmal Guiseppes Malzpasta gegessen zu haben, gehörte es jetzt dazu, Scotts Visci zu trinken.

In Neapel und vor allem in Salerno gab es bald sogar Schänken, die sich ganz darauf spezialisiert hatten. Auch Seeleute kauften dort ein und nahmen es mit nach Hause und vor allem nach Schottland wurde viel exportiert. Bis Scotti starb. Sein Rezept hatte er nie verraten, keiner konnte so brennen wie er und so wurde in Italien Scotts Visci bald wieder vergessen.

Er wäre weltweit vergessen, hätte nicht John Cor in Schottland ab 1494 versucht, dieses Getränk nachzubrennen. Letztlich gelang es ihm, den Geschmack sogar noch zu verfeinern und Scotch Whisky ist heute weltweit als die Nummer eins bekannt.

Nach einer Idee von Andreas Meenke.

Ganz besonders nudliger Dank geht an Mario Sammler, den Inhaber des mehrfachen Whiskyshop des Jahres "The Quaich" in Neubrandenburg für den ersten pastafarianischen Whisky der Welt!
Wir sind mehrmals im Jahr in seiner Lounge und fühlen uns immer pudelwohl.
Vielleicht treffen wir uns mal dort? 




03.11.2016

Das Wort zum Freitag - Pinguine



Wer unser Evangelium bis zum Ende gelesen hat, weiß, dass Pinguine mit Vorsicht zu genießen sind. Für noch junge Pastafari, die noch mitten im Studium des Evangeliums stecken, nehme ich es mal vorweg.

Als unser geliebtes Monster in nur fünf Tagen die Welt erschuf, fügte Es zu Berg und Bäumen auch einen Gnom, da Es sich gerade etwas einsam fühlte. Der Gnom aber entpuppte sich als Nervensäge und nörgelte herum, wann immer er konnte. Dem sonst so geduldigen und nachsichtigen Monster ging das gewaltig auf die nudligen Anhängsel bis Ihm der Geduldsfaden riss.

Es verwandelte den Gnom kurzerhand in einen Pinguin, ausgestattet mit Füßen, die sich schlecht zum Laufen eignen und Flügeln, die nicht zum Fliegen taugen. Zudem verbannte Es ihn an den Südpol, an dem es sich bekanntlich nicht ganz so gemütlich leben lässt.

Folgerichtig warnt uns unser Prophet vor kleinwüchsigen Menschen. Ich möchte sogar etwas weiter gehen, denn es ist erwiesen, warum die Menschen heute im Durchschnitt größer sind, als in den Anfängen. Das Monster hält uns seit Alters her mit Seinen nudeligen Anhängseln am Boden. Würde Es das nicht tun, flögen wir alle ins All. Da aber seit Anbeginn unserer Zeitrechnung, also seit Pasta, die Zahl der Piraten jährlich zugenommen hat, fällt es dem Monster nicht mehr so leicht, alle auf der Erde zu halten. Es hat den Druck daher etwas nachlassen müssen und schwupp, die Menschen nahmen über die Jahrzehnte an Körpergröße zu. So müssen wir davon ausgehen, dass auch Vorsicht im Umgang mit mittelgroßen Piraten angebracht ist.

Denkt mal darüber nach, wenn ihr morgen bei Pasta und Bier sitzt. Das eine oder andere Vorkommnis lässt sich damit wohl schlüssig erklären.

Einen stressfreien Freitag wünscht


Elli Spirelli

27.10.2016

Das Wort zum Freitag - Halloween...




...ist nicht nur einer unserer wichtigsten Feiertage, liebe Schwestern und Brüder, nein, es ist auch eine wunderbare Bestätigung für die Wahrheit unserer einzig wissenschaftlichen Religion:

-> Jeder weiß, die Erde wird wärmer, weil es zu wenig Piraten gibt
-> Jeder weiß, das Monster möchte deshalb, dass wir uns als Piraten zeigen
-> Jeder weiß, Halloween ist die Anzahl der Piraten besonders hoch und

--> Jeder weiß, nach Halloween wird es immer kälter. 

Welche andere Religion könnte mit solchen schlagenden Beweisen aufwarten?


Und doch feiern auch andere an diesem Tag ihre Feste. Eigentlich nicht wichtig, aber weil wir ein aufgeschlossenes Völkchen sind, möchte ich doch mal kurz Allerheiligen erwähnen. War das damals ein Durcheinander mit der Feierei, als noch jeder einzelne Heilige persönlich seinen Tag hatte. So ein Durcheinander, dass es selbst einem Papst einmal zu viel wurde. Kurzerhand hat er beschlossen, all die Tausenden Heiligen des Uraltgroßmütterchens katholische Kirche auf einen Tag zu legen. In bewährter christlicher Tradition auf einen, der vorher heidnisch belegt war. 


Aber auch die Evangelen feiern mit. Na gut, einen Tag später. Dafür haben sie sich was ganz besonderes ausgedacht. Sie feiern sozusagen ihren Gründervater, den Jähzornmönch Martin Luther. Was uns zeigt, wenn sie sogar den feiern, müssen sie ganz schön scharf auf einen Feiertag gewesen sein. Oder haben sie einfach vergessen, wofür Luther stand außer für eine Reformation des Katholizismus? 

Da helfen wir doch gern mit ein paar Zitaten nach, zumal die, ganz passend zu Halloween, wirklich richtig gruslig sind. Und sogar ein kleines Vorwort habe ich noch für euch:

"Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. Vom deutschen Volk wird ... die Macht der Juden auf wirtschaftlichem Gebiet im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottgesegnete Kampf des Führers zu völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt. In dieser Stunde muss die Stimme des Mannes gehört werden, der als der Deutschen Prophet im 16. Jahrhundert einst als Freund der Juden begann, der getrieben von seinem Gewissen, getrieben von den Erfahrungen und der Wirklichkeit, der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider die Juden."
(Der evangelisch-lutherische Landesbischof Martin Sasse aus Eisenach im Vorwort zu seiner Schrift "Martin Luther und die Juden - Weg mit ihnen!", Freiburg 1938)



Luther als Antisemit

"...Summa, liebe Fürsten und Herren, so Juden unter sich haben, ist euch solcher mein Rath nicht eben, so trefft einen bessern, daß ihr und wir alle der unleidlichen teuflischen Last der Juden entladen werden, und nicht vor GOtt schuldig und theilhaftig werden alle der Lügen, des Lästerns, Speiens, Fluchens, so die rasenden Juden wider die Person unsers HErrn JEsu Christi, seiner lieben Mutter, aller Christen, aller Obrigkeit, und unser selbst so frei und muthwillig treiben, keinen Schutz noch Schirm, noch Geleit, noch Gemeinschaft sie haben lassen, auch nicht euer und eurer Unterthanen Geld und Güter durch den Wucher ihnen dazu dienen und helfen lassen. ...

... Erstlich, dass man ihre Synagoga oder Schulen mit Feuer anstecke und was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacken davon sehen ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien ... 

Zum anderen, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben dasselbige drinnen, was sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun ... 
Zum dritten, dass man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein ... 
Zum vierten, dass man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren ... 
Zum fünften, dass man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe. Denn sie haben nichts auf dem Lande zu schaffen, weil sie nicht Herrn noch Amtleute noch Händler oder desgleichen sind. Sie sollen daheim bleiben ... 
Zum sechsten, dass man ... nehme ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber und Gold und lege es beiseite zum Verwahren. Und ist dies die Ursache, alles was sie haben (wie droben gesagt) haben sie uns gestohlen und geraubt durch ihren Wucher...

 ....Unsere Oberherren, so Juden unter sich haben, wünsche ich und bitte, daß sie eine scharfe Barmherzigkeit wollten gegen diese elenden Leute üben, wie droben gesagt, ob's doch etwas (wiewohl es mißlich ist) helfen wollte, wie die treuen Aerzte thun, wenn das heilige Feuer in die Beine kommen ist, fahren sie mit Unbarmherzigkeit und schneiden, sägen, brennen Fleisch, Adern, Bein und Mark ab. Also thue man hie auch, verbrenne ihre Synagogen, verbiete alles, was ich droben erzählt habe, zwinge sie zur Arbeit, und gehe mit ihnen um nach aller Unbarmherzigkeit; wie Mose that in der Wüste und schlug 3000 todt, daß nicht der ganze Haufe verderben müßte. Sie wissen wahrlich nicht, was thun, wollen's dazu wie die besessenen Leute nicht wissen, hören, noch lernen. Darum kann man hie keine Barmherzigkeit üben, sie in ihrem Wesen zu stärken. Will das nicht helfen, so müssen wir sie wie die tollen Hunde ausjagen, damit wir nicht, ihrer greulichen Lästerung und aller Laster theilhaftig, mit ihnen GOttes Zorn verdienen und verdammt werden. Ich habe das Meine gethan; ein jeglicher sehe, wie er das Seine tue. Ich bin entschuldigt."
(Von den Juden und ihren Lügen)
"Ganz gewiss! Ich wollte einem solchen eine Maulschelle geben. Wenn ich könnte, würde ich ihn zu Boden werfen und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren. Da es nämlich nach menschlichem und göttlichem Recht erlaubt sei, einen Straßenräuber zu töten, viel mehr einen Gotteslästerer." (Auf die Frage, ob es erlaubt sein, einem gotteslästernden Juden einen Faustschlag zu versetzen)

 Luther als Hexenverfolger 

"Die Zauberinnen sollst Du nicht leben lassen... Es ist ein gerechtes Gesetz, daß sie getötet werden. Sie richten viel Schaden an... sie können auch ein Kind bezaubern... schaust du solche Weiber an, wirst du sehen, daß sie ein teuflisches Gesicht haben. Ich habe deren etliche gesehen... man töte sie nur...Ich habe etliche zu vermahnen, daß viele Wettermacherinnen sind, die nicht allein die Milch stehlen, sondern auch die Leute schießen (Anm."Hexenschuß")... Wenn sie sich nicht bekehren, werden wir sie den Folterknechten befehlen."

 Luther als Bauernschlächter

"Es ist besser, wenn Tyrannen hundert Ungerechtigkeiten gegen das Volk verüben, als dass das Volk eine einzige Ungerechtigkeit gegen die Tyrannen verübt."
"Drum soll hier erschlagen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und daran denken, daß nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann als ein aufrührerischer Mensch; (es ist mit ihm) so wie man einen tollen Hund totschlagen muß: schlägst du (ihn) nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir."(Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern)

 "Wenn es rechtmäßig zugeht, hat die Obrigkeit mit ihren Untertanen nichts anderes zu tun, als das Recht zu bewahren, Gericht zu halten und Urteile zu fällen. Wenn sie sich aber empören und auflehnen, wie es jüngst die Bauern taten, ist es recht und billig, gegen sie mit Gewalt vorzugehen....
Man darf dem Pöbel nicht zuviel pfeifen, er wird sonst gern toll. Es ist billiger, ihm zehn Ellen abzubrechen, als ihm in einem solchen Falle eine Handbreit, ja, die Breite eines Fingers einzuräumen. Und es ist besser, wenn ihm die Tyrannen hundertmal unrecht tun, als dass sie dem Tyrannen einmal unrecht tun. Denn weil ja das Unrecht gelitten werden muss, so ist vorzuziehen, durch die Obrigkeit zu leiden, als dass die Obrigkeit durch die Untertanen zu leiden hat. Denn der Pöbel besitzt und kennt kein Maß. In jedem einzelnen stecken wohl mehr als fünf Tyrannen, So ist es besser, von einem Tyrannen, d. h. von der Obrigkeit, Unrecht zu leiden als von unzähligen Tyrannen, d. h. vom Pöbel....
Es ist eine verdammte, verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel. Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen. Die sind der Knüppel, der dem Hund an den Hals gebunden wird. Könnten sie auf bessere Art zu regieren sein, würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen. Das Schwert zeigt deutlich an, was für Kinder es unter sich hat, nämlich nichts als verdammte Schurken, wenn sie es zu tun wagten. Darum rate ich, dass ein jeder, der hier mit einem guten Gewissen handeln und das Rechte tun will, mit der weltlichen Obrigkeit zufrieden sei und sich nicht an ihr vergreife.
(Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)


"Prediger sind die größten Totschläger..... Ich, Martin Luther, hab im Aufruhr alle Bauern erschlagen, denn ich hab sie heißen totschlagen; alle ihr Blut ist auf meinem Hals. Aber ich weise es auf unseren Herrn und Gott, der hat mir das zu reden befohlen."

Luther als Frauenfeind

"Eine Frau hat häuslich zu sein, das zeigt ihre Beschaffenheit an; Frauen haben nämlich einen breiten Podex und weite Hüften, daß sie sollen stille sitzen."  

 "Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden."

"Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da."

Luther als Erzieher

"Ein toter Sohn ist besser als ein ungezogener."

Das schockt ganz schön, stimmts? Man kann Luther vielleicht ehren, immerhin hat er durch die Vereinheitlichung der deutschen Sprache bei der Bibelübersetzung wirklich etwas positives geleistet. Vielleicht kann man ihn, so man gläubig ist, auch ehren für seinen Kampf gegen bestimmte Auswüchse in der katholischen Kirche. Als Gesamtperson, für den Einfluss auf den Zeitgeist seiner Zeit der, siehe die Einführung, bis heute reicht, verdient er wohl eher Acht und Bann.

Außer an Halloween, da passt er wieder prima.

20.10.2016

Das Wort zum Freitag - Schülerfragen



"Denken Sie man könnte etwas bewegen, wenn auch hier in Schulen ein Fach mit dem Spaghettimonster eingerichtet werden würde?"

Diese Frage stellte mir Nadine. Sie hatte mich zunächst angerufen und wollte wissen, ob sie mir eine paar Fragen zur schriftlichen Beantwortung stellen darf. Fünfzehn sind es dann geworden.

Solche Anfragen von Schülern erreichen mich immer öfter. Aktuell wollte auch noch Hannes einiges von mir wissen. Immer geht es um einen Vortrag oder ähnliches, der in der Schule gehalten werden soll. Bei Hannes z.B. im katholischen Religionsunterricht. Wenn er den dort gehalten hat, wird er ihn auch uns zur Verfügung stellen, um ihn zu veröffentlichen. Wir haben es also, um die Antwort an Nadine vorweg zu nehmen, längst in die Schulen geschafft und auch Anfragen an mich, direkt in die Schulen zu kommen gibt es immer wieder.

Sicher interessiert auch euch, was die Schüler so wissen wollen und was ich antworte. Darum gibt es nun hier mal einige gesammelte Fragen:

Welche Ziele verfolgen Sie/ Ihre Religion?
Wir sehen uns gar nicht als Religion, sondern als Weltanschauungsgemeinschaft. Unser Ziel ergibt sich aus unserer Satzung. Wir möchten wissenschaftlich orientierte Weltanschauungen, besonders den evolutionären Humanismus, fördern und für die Gleichberechtigung von Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften kämpfen.

Die Religion vom Spaghettimonster nutzen wir, um dieses Ziel zu erreichen. Wir wollen damit zeigen, wie Religion funktioniert und wie lächerlich sie eigentlich ist und so den völlig unberechtigten Respekt vor Religion abbauen helfen.


Warum haben Sie sich den Pastafari angeschlossen? 
Anlass war ein Artikel im Spiegel im Jahr 2005. Ich war sofort von der Idee angetan, ein gesellschaftlich nützliches Anliegen mit Lust und Spaß zu verbinden. Genau diese Lust am Spaß verhindert, zu verbissen zu werden. Vor allem aber hat mich auch der Grundsatz der Pastafari, keine Dogmen zu akzeptieren, an allem zu zweifeln und nichts unhinterfragt zu glauben, begeistert.

Waren Sie bevor der Glaube auftauchte auch gläubig und haben sich von einer anderen Religion abgewendet, oder hatten Sie eher eine unreligiöse Stellung?
Ich war nie religiös, allerdings nicht immer religionskritisch. Das hat sich, vor allem durch deren wachseneden Einfluss auf mein Leben nach der Wende, dann aber sehr geändert.

Wie hat sich seit ihrem Bekenntnis ihr Leben verändert (Freunde, Verwandte, Beruf)?
Meine alten Bekannten reagieren unterschiedlich, aber nie ablehnend. Ansonsten habe ich durch das Pastafaritum eine Menge neuer Freude gefunden. In der Verwandtschaft gibt es Zustimmung bis leichte Ablehnung.

Wie denken sie über jemanden, der Ihre Lehre verspottet oder nicht anerkennt?
Gut so, der hat bereits den ersten Schritt gemacht. Er muss nur noch erkennen, dass das für alle Religionen gilt. Wer Religion ernst nimmt, ist selbst schuld. Ernst zu nehmen sind nur deren in der Summe negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Kann jeder eine Nudelmesse halten oder gibt es auch eine spezielle Ausbildung, eine Prüfung oder ein Ritual was erreicht werden muss?

Das kann jeder machen. Die meisten werden bei Nudelmessen etwas angelernt, dann kann jeder sofort loslegen.

Wie sieht es aus für die Leute die die Nudelmesse halten, gibt es auch eine Art Diakonie?
Was hat eine Messe mit Diakonie zu tun? Die gibt übrigens ganze 2% Eigenmittel für ihre Arbeit aus, der Rest kommt von der öffentlichen Hand und von Spenden. Da können wir locker mit halten, wir geben deutlich mehr Prozent unserer Mittel für gemeinnützige Zwecke aus, nämlich fast alles (außer ein bisschen Bürokosten).

Wie kann man als Pastafari heiraten, gibt es auch so eine Art kirchliche Trauung?
Natürlich gibt es die, ebenso wie auch Taufen. Einige Trauungen kannst du dir auf youtube ansehen, z.B. die
https://youtu.be/Tuc4ornqPF8

Im christlichen Glaube wird viel von Gotteserfahrungen gesprochen (Zeichen), hatte in ihrem Glauben auch schon jemand solch eine Erfahrung?
Ständig. 
Eine schöne Portion Spaghetti mit Fleischbällchen und dazu ein oder mehrere Biere, schon haben wir unsere Gotteserfahrung.

Ich erkenne einige christliche Elemente in ihrem Glaube wieder, warum haben Sie sich für das Spaghettimonster und nicht für Gott entschieden?
Natürlich habe ich mich für Gott entschieden. ES (das Fliegende Spaghettimonster) ist Gott. Der alte Jahwezausel ist nur ein falscher Götze. 

Wie sollte ein Atheist mit dem FSM umgehen? Sind sie eine „Religion der Atheisten"?
Wie er möchte. Manche mögen uns, manche behaupten, auch aus uns könnte mal eine richtige Religion werden. Das sind die, die unsere oberste Regel, nichts zu glauben und an allem zu zweifeln, nicht kennen.

In den USA kann jeder Pastafari sein, auch Gläubige. In Europa hat sich das anders entwickelt. Das liegt daran, dass hier die Gesetzeslage eine andere als in den USA ist. Weil es hier fast keine laizistischen Staaten gibt, haben sich die meisten europäischen Kirchen den Kampf um die Gleichberechtigung von Religion und Weltanschauung auf die Fahnen geschrieben. Einige darüber hinaus auch dem Kampf gegen Religion an sich. Den kann man aber nicht mit abergläubischen Menschen in den eigenen Reihen führen (wir machen keinen Unterschied zwischen Glauben und Aberglauben).

So gesehen sind wir dann tatsächlich nur für Atheisten, Agnostiker und Ähnliche offen. 

Was wenn man sich nachträglich zu eurem Glaube bekennt? Muss man aus der Kirche austreten?
Wenn man sich zu unserem Glauben bekennt, kann man auch in der Kirche bleiben. Allerdings muss man zu unserem Satzungsziel stehen, der Förderung wissenschaftlicher Weltanschauungen. Dazu passt es natürlich nicht, wenn man noch an falsche Götzen glaubt. Aber in den Kirchen gibt es zwischen 10 und 20% Atheisten. Die können gern auch Mitglied bei uns werden.

Wollen Sie ernst genommen werden? 
Als Religion nein, als Weltanschauungsgemeinschaft ja. 
Das haben wir auch schon ganz gut geschafft. Nachdem uns am Anfang viele nur für Spinner gehalten haben, weiß jetzt fast jeder, das wir ein ernstes Anliegen haben, auch wenn wir das mit großem Spaß verbreiten.

Ihre Religion ist ja entstanden, um dem Kreationismus im Schulunterricht entgegenzuwirken. Was würden sie davon halten, wenn die Lehre des FSM tatsächlich an Schulen unterrichtet werden würde, wie gefordert?
Das wird sie doch bereits, du bist ja selbst ein Beispiel dafür und es erreichen mich immer mehr solche Anfragen. Ich werde auch angefragt, selbst in der Schule Stunden zu halten. 
Aber du meinst wohl direkten Religionsunterricht, wie er bei uns gesetzlich vorgeschrieben ist. 
Das wollen wir nicht. Unser Ziel ist ja die Gleichberechtigung von Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften. Aber nicht auf Ebene der Kirchen, sondern auf unserer. Wir wollen also nicht deren Privilegien haben, sondern die sollen ihre verlieren. Sie sollen keine Körperschaften des öffentlichen Rechts mehr sein, sondern dem Vereinsrecht unterstellt werden und genau wie wir, regelmäßig Rechenschaft über die Verwendung ihrer Gelder ablegen müssen. 

Fast alle anderen Religionen existieren schon Jahrhunderte… was meinen Sie, hat es einen Grund oder macht es Pastafari fragwürdiger, dass dieser Glaube erst seit 2005 auftauchte?
Ganz im Gegenteil. Die Entwicklung geht doch immer vorwärts. Das heißt auch, dass neue Religionen viel besser sind als alte. Wir würden z.B. nie an sprechende Schlangen glauben oder daran, dass durch Zauberei 1000 Leute von einem Brot satt werden oder aus Wasser Wein wird. 

Im Übrigen sehen wir uns gar nicht als Religion, sondern als Weltanschauungsgemeinschaft.

Was machen sie hauptberuflich?
Ich bin Rentner. Vorher war ich 15 Jahre Jugendsozialarbeiter und habe einen kleine freien Träger der Jugendhilfe gegründet und geleitet.

Mussten sie schon so etwas wie Diskriminierung oder Nachteile aufgrund ihrer Religionsangehörigkeit erfahren? (wie zB einen Job nicht bekommen etc.)

Ich betrachte es als ständige Diskriminierung, wenn Weltanschauungsgemeinschaften nicht die gleichen Rechte zuerkannt werden, wie Religionsgemeinschaften. Ich betrachte es als ständige Diskriminierung, wenn mir durch kirchliches Sonderarbeitsrecht als Atheist große Teile des Arbeitsmarktes, gerade im sozialen Bereich, verschlossen bleiben. Ich betrachte es als ständige Diskriminierung, wenn ich als Atheist durch meine Steuern über den Staat Leistungen in Höhe von rund 20 Milliarden Euro jährlich an die beiden Großkirchen mitfinanzieren muss. Dabei sind z.B. die Gehälter der Bischöfe. Ich betrachte es als Diskriminierung, wenn mir an christlichen Feiertagen verboten wird zu tanzen oder lustige Filme anzusehen. Ich betrachte es als Diskriminierung, wenn Kirchen mich zwingen, nach ihren Anschauungen zu sterben und Sterbehilfe in Deutschland verhindern. Ich betrachte es als Diskriminierung,....
Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. 

Da ich, siehe oben, meinen eigenen Arbeitgeber hatte, bin ich selbst bei der Jobsuche nicht diskriminiert worden. Aber es gibt Pastafari, die auch im sozialen Bereich arbeiten und sich nicht outen, aus Furcht ggf. einen Job nicht zu 
bekommen.


Wer nun noch nicht genug hat, kann sich auch noch eine sehr gelungene Abiturarbeit von Daniel ansehen.