25.12.2014

Das Wort zum Freitag - Wunder auf dem Lucia - Weihnachtsmarkt



Eigentlich, liebe Gemeinde, habe ich euch schon in der Überschrift belogen.
Eigentlich gab es das Wunder nicht auf dem Lucia - Weihnachtsmarkt, sondern am Museum in der Kulturbrauerei. Aber wir, Elli Spirelli, Cpt. Nodus und ich, haben es bewirkt.

Das kam so.
Wie jedes Jahr wollten wir wieder auf dem Lucia Weihnachtsmarkt, konkret im und vor dem vor schlechtem Wetter schützenden Durchgang von der Knaackstraße, unsere wahre Weihnachtsgeschichte unter das Volk tragen.

Wir hatten dort immer gute Erfahrungen gemacht, unsere Flyer schnell verteilt und immer nette Gespräche gehabt. Darauf freuten wir uns auch dieses Mal.

Es regnete, also stellten wir uns in den Durchgang und begannen mit unserer Aktion. Alles lief wie immer, da, plötzlich, geschah das Wunder.

Ein Objekt des Museums, so jedenfalls stelle ich mir es vor, wurde plötzlich lebendig. Nein, die stattliche Erscheinung die da mit aufrechtem Gang im vollen Bewusstsein seiner Überlegenheit auf mich zu kam, war kein Nußknacker. Spätestens nachdem die mich, ohne sich vorzustellen, anherrschte: "Darf ich mal ihre Genehmigung sehen?" war mir klar, hier ist eine sicherlich in einer Ecke ausgestellte Figur eines Stasioffiziers lebendig geworden. Alles stimmte, Gestalt,  Haltung, Tonfall.

Man braucht eigentlich überhaupt nicht reagieren, wenn jemand, der sich nicht vorstellt, etwas von einem wissen möchte. Aber ich war schon in WeinAchtsstimmung und so erklärte ich ihm, die bräuchte man in Berlin für das Flyerverteilen nicht. Worauf er mich darauf hin wies, nur im öffentlichen Raum und das hier sei Privatgelände und er der Hausherr. Ich bezweifelte das. Wie kann ein lebendig gewordenes Scheusal aus DDR - Zeiten Hausherr sein? Selbst wenn, hatte das Museum tatsächlich auch den Durchgang zur Kulturbrauerei gepachtet? Wohl kaum.

Aber das Monster hatte es gefügt, dass es eben in dem Moment aufhörte zu regnen, so stellten wir uns halt auf den Fußweg vor dem Durchgang. Das Wetter blieb trocken, wir hatten den größten Teil unserer Flyer bereits verteilt, als der Stasioffizier wieder erschien und klar unter Beweis stellte, er war wirklich einer.
Es genügte ihm nämlich nicht, dass wir auf dem Fußweg standen, wir hätten auch einen Abstand von 1,50 zu seinem Weg einzuhalten.

Stasioffizier getarnt als Pastfari, Pastafari und Geist des Weihnachtsmarktes


Ich weiß, Wundern muss man Respekt zollen. Aber ich konnte nicht anders, ich musste einfach lachen. Worauf die übliche Drohung kam, die Polizei zu holen. Na, das war doch Spitze, das bringt Aufmerksamkeit und für den MfSler sicher eine böse Überraschung. Wer sich nicht vorstellt, hat einfach nichts zu sagen. Wir machten unseren Fotoapparat klar und warteten auf das, was da kommen sollte. Das kam dann auch deutlich schneller als gedacht. War aber nicht die Polizei, sondern ein Mensch mit Pudelmütze und Funkgerät. Der Geist des Weihnachtsmarktes? Ich weiß es nicht, denn vorgestellt hat auch der sich nicht. Immerhin wollte der nur einen Abstand von 1m zum Gebäude, war also wohl versöhnlicher eingestellt. Als ich ihn bat, mir doch bitte ganz genau zu zeigen, wo diese Linie zu ziehen wäre, drehte er ab und verkündete, wenn wir auf dem Markt Flyer verteilen würden, bekämen wir Hausverbot.

Inzwischen war ich echt sauer. Der Stasityp hatte uns Polizei versprochen und speist uns dann so ab? Das gehört sich nun wirklich nicht, weshalb ich mich bei ihm beschwert habe. Typisch Stasi hat er natürlich erst mal abgestritten, er hätte uns versprochen, die Polizei zu holen. Aber wir hatten das alle drei gehört. Er war inzwischen fast wütend, meinte, das wäre eine ernste Angelegenheit und als ich die eher albern fand, behauptete er sogar, das wäre eine Straftat.




Das fanden wir so was von erheiternd, dass wir erst mal zum Glühweinstand gingen. Dort trafen wir dann andere Piraten, amüsierten uns noch prächtig und zogen dann um ins Knofel. Da warteten schon weitere Pastafari, der Wirt hatte breits einen zusätzlichen Tisch an unsere Tafel geschoben, weil wir weit mehr waren, als angenommen. Aus Potsdam hatten wir Gäste und ein neues Mitglied, Schupf-Nudel, war sogar aus Karlsruhe angereist. Dazu noch zwei neue Berliner Mitglieder, es war eine passende Mischung aus altgedienten Piraten und neuen Fahrensleuten.

Der Wirt war dufte wie immer drauf, das Essen lecker und die Gäste folgten zum Teil sehr aufmerksam unserer Messe. Nur das Team vom SpiegelMagazin, dass sich angekündigt hatte, war dann doch nicht erschienen. Wir hatten auch ohne das eine schöne Messe und einen ebenso schönen Abend. Nur Bilder haben wir keine gemacht. Vielleicht schickt uns ja einer von denen, die welche gemacht haben, noch eins zu. Nur ein Problem hatten wir. Wir hatten noch kein Gebet, dass wir vor dem Essen plappern konnten.

Inzwischen ist Elli Spirelli erleuchtet worden. Ihres geht so:

Nudliges kommt auf den Tisch
und/oder Piratenfisch.
Getränke gibts vom Biervulkan
Nun fangt endlich zu mampfen an.

Ich finds super. Noch besser würde ich finden, wenn ihr uns auch eure Tischgebete zukommen lassen würdet. Wir stellen die dann allen Pastafari auf unserer Seite zu Verfügung.

Ihr habt doch welche, oder?

20.12.2014

"Vier Frauen und ein Scharlatan" und der Sack des Lichterpiraten



Bald ist es so weit, das nudlige Lichterfest naht. Doch so mancher Lichterpirat hat den Sack noch nicht voll, hat noch nicht für jeden das rechte Geschenk gefunden. Dann macht sich Panik breit. Um das zu verhindern, habe ich heute einen Tipp für euch.

Ja, einen Buchtipp. Manche meinen, Bücher als Lichterfestgeschenk sind out. Nö, stimmt nicht, wenn es nur die richtigen sind.

Vor kurzem ist da was im Alibri-Verlag erschienen, dem Verlag, der auch unsere Pastafari-CDs verkauft: "Vier Frauen und ein Scharlatan" ein satirischer Esothriller von Eva S. Bernauer.

Es dauerte nicht lange, bis ich beim Lesen das erste mal laut gelacht habe. Dann kam das große Staunen. Ist das wirklich so? Treibt die Esotherik tatsächlich solche Blüten? Ja, es ist nur ein Roman, aber es war ganz klar zu spüren, einer, der auf ausgezeichneter Recherche aufbaut. So war ich immer zwischen schmunzeln und staunen hin und her gerissen. War schon ein cleverer Typ, der Guru, mit seiner Idee von Heilkugeln, die, je nach Farbe, bestimmte Aufgaben haben. Am besten wirken sie, je näher man sie ans Innerste bringt. Als das einige seiner Jüngerinnen darauf brachte, sie sich dahin zu schieben, wo sie dem am nächsten kommen, wusste er auch das geschickt zu nutzen.

Dumm nur, dass die dann doch noch mißtrauisch wurden. Wie die vier Damen den Guru zu Fall brachten, hatte für mich nichts mit Thriller zu tun. Eher was mit der Bedächtigkeit von Miss Marble.
Vielleicht war das mit dem Thrill ja auch eher satirisch gemeint.

Auf jeden Fall aber ein ganz vergnügliches und auch erhellendes Buch, das prima zur
Feiertagsstimmung passen würde und das es auch als ebook gibt.


Abermahls krähte der Hahn





Der gleiche Verlag bringt eine Neuauflage eines Deschnerklassikers. Einen, den man wirklich haben sollte, und der zum günstigeren Subskriptionspreis vorbestellt werden kann.


Noch ein letztes Buch möchte ich erwähnen. Eins, dass ich noch nicht gelesen habe. Mit einem der Mitautoren, Pfarrer Christoph Wonneberger, hatte ich in Dresden jedoch guten Kontakt und noch immer die höchste Hochachtung vor ihm. Ja, das ist der Pfarrer, der dann später in der Nikolaikirche in Leipzig Initiator der Montagsgebete und - demos war. Ein Buch, an dem er beteiligt war, wird die Rolle der Kirche ganz sicher nicht einseitig jubelnd darstellen.
Das Buch ist das erste einer Reihe zur Opposition in der DDR.

Weg in den Aufstand



18.12.2014

Das Wort zum Freitag - Hinweisschilder auf Gottesdienste und Messen

Diesen Aufkleber im Format 12x12 könnt ihr gegen frankierten Rückumschlag kostenlos bei uns beziehen

Ein großer Schritt in Richtung Gleichberechtigung ist nun getan. Jeder hat es inzwischen mitbekommen, wir dürfen für unsere heilige Nudelmesse am Ortseingang genau so werben, wie Katholiken oder evangelische Gläubige. Das ist ein sehr großer Erfolg, den wir nicht zuletzt durch die Hilfe von euch allen feiern dürfen. Dafür noch einmal ein nudliges Dankeschön auch von mir.

Ich wäre jedoch kein echter Pastafari, wenn sich nicht auch an dieser Sache Zweifel bei mir breit machen würden. Die möchte ich euch, liebe Brüder und Schwestern, nicht vorenthalten.

Wozu sind Hinweisschilder auf Gottesdienste und Messen gut?

Ich stelle mir vor, wie z.B. eine evangelische Familie einen Ausflug in eine fremde Stadt plant, um dort eine Sehenswürdigkeit zu besichtigen oder ein Thermalbad aufzusuchen oder den Tierpark oder oder oder.

Lasst mich mal kursiv spinnen.

Kurz bevor meine  Familie die Stadt erreicht hat, fällt ihr Blick auf das Schild „Evangelischer Gottesdienst“. Auch die Zeit des Beginns ist darauf vermerkt. Mehr nicht! Gesetzt den Fall, dass meine  Familie über die Maßen spontan ist und obendrein noch genügend Zeit bleibt, um pünktlich dem angekündigten Gottesdienst beizuwohnen, beschließt sie, es zu tun, weil es viel toller ist, als Tierpark, Baden oder was auch immer geplant war.
Vorfreude macht sich breit unter ihnen, wird ihnen jedoch sofort wieder genommen. Wo ist denn die Kirche? Wie kommen wir da hin? Kann man davor gut parken? Diese Ungewissheiten sind zum Glück zu lösen, da die Familie ein Smartphone dabei hat. 
 
Gläubige, die nicht so spontan sind, wie meine erdachte Familie, würden sich sicher zu Hause per Telefon oder Internet erkundigen, wie sie in einer fremden Stadt an ihr Reiseziel gelangen. Macht es also Sinn, Material, Zeit und Kosten zu verschwenden, um solche Schilder aufzustellen? Sind schon jemals Leute wegen solcher Schilder in fremden Gotteshäusern erschienen oder wurden diese nur aufgestellt, um den Gläubigen ein schlechtes Gewissen einzureden oder weil die Kirchen inzwischen einfach jeden Strohhalm nutzen, um Werbung für ihren immer bedeutungsloser werdenden Aberglauben zu machen?

Immerhin nutzen die Schilder uns Pastafari. Inzwischen weiß die ganze Welt, dass es uns gibt und dass es möglich ist, nach Templin zu pilgern, um gemeinsam mit Bruder Spaghettus die Heilige Nudelmesse zu feiern. So machten sich neulich zwei Pilger auf den Weg nach Templin, um pünktlich um 10:00 Uhr zur Heiligen Nudelmesse zu erscheinen. Da Pastafari aber keine Zeit zu vergeuden haben, meldeten auch diese beiden sich vorher bei Bruder Spaghettus an und erkundigten sich nach dem Weg.

Leider ist es so manchem Pastafari nicht möglich, freitags um 10:00 Uhr zur Messe zu erscheinen, denn noch müssen wir an unserem Feiertag in der Regel arbeiten. Wie ich aber Bruder Spaghettus kenne, macht er sicher ab und an eine Ausnahme und ermöglicht Termine außer der Reihe, denn Nudelmessen machen glücklich, egal, wann sie gefeiert werden.

Aber das machen sie auch ohne Gottesdiensthinweisschilder. Also weg damit, genau wie mit allen anderen religiösen oder weltanschaulichen Sonderregelungen. Nur so ist wahre Gleichberechtigung überhaupt möglich. 
Ramen


Eure Elli

)*  Wir geben pro Person maximal 6 Stück ab.
Am besten für euch wäre, wenn ihr in einem Standardbrief einen frankierten A5 Umschlag mit eurer Adresse und einem Zettel mit der gewünschten Stückzahl an uns schickt.

In einen Standardbrief passen wegen des Maximalgewichts von 20g maximal drei, außerdem müssen die in der Mitte geknickt werden. Was allerdings nicht so tragisch ist, da die abzuziehende Rückseite da eh geteilt ist.

Kirche des FSM Deutschland e.V.
Schulzenfelde 9

17268 Templin

12.12.2014

Erste Pilger in Templin eingetroffen



Arrrgh, Piraten, nehmt euch ein Beispiel. Im fernen Potsdam haben heute Der Carbonara Maat und Smutje Skorbut rechtzeitig die Segel gesetzt, um zur Messe in Templins "Papst Al Zarkawi I. Gedächtniskirche" einzutreffen.

Das nicht einmal 5 min vor Beginn. Das nenne ich Planung. Die Spaghetti für das Abendmal waren, wie immer, schon gekocht, ich im Nudlergewand, die Messe konnte pünktlich starten. Die Temperaturen erlaubten es, in der Kirche zu feiern und nicht, wie eigentlich geplant, in der Winterkirche im Nudlerhaus.


Schön und ergreifend war es. Mit ihren Augenklappen hatten beide den größten Wunsch des Monsters aus dem Evangelium erfüllt.

Anschließend ging es dann doch nach nebenan. Es gab eine Menge Fragen und noch mehr Antworten. Die Zeit verging, Mittag kam und mit ihm ein gemeinsames Mahl. Natürlich Pasta. Gestärkt machten sich die Pilger dann in steifer Brise auf die Rückfahrt, jedoch nicht, ohne sich an Templins neuem Wahrzeichen, dem Nudelmessenhinweisschild, zu fotografieren. 


Der Carbonara Maat

Smutje Skorbut

Bis demnächst mal wieder.

PS: Die ersten 50 Pilger bekommen, wie der Maat und der Smutje, je eine unserer CDs mit pastafarianischen Festtagsliedern geschenkt.
Aber nicht traurig sein, wer es nicht nach Templin schafft, kann sich die auch kaufen.

11.12.2014

Das Wort zum Freitag - Vom Ursprung




Sicher wartet ihr schon auf ein kleines Fazit des Erlebten der letzten Tage. Aber ich möchte erst mal alles etwas sacken lassen und werde das später erledigen. Nur so viel: Im Gespräch mit dem Templiner Bürgermeister, Vertretern des Landesbetriebs Straßenwesen und der Templiner Straßenmeisterei wurde der gesuchte Kompromiss gefunden. Wir bekommen eigene Masten, die genauen Standorte werden nächste Woche mit der Straßenmeisterei ausschließlich nach verkehrstechnischen Kriterien festgelegt. Die Masten sind bereits bestellt und, incl. Aufstellung, mit 200,- Euro für alle deutlich preiswerter, als ich dachte.

Bis die Masten stehen, haben unsere Schilder Asyl an städtischen Masten gefunden, wie oben auf dem Bild.

Nun zum Wort zum Freitag, das heute wieder einmal von einem Gastautor stammt. Piratenbert, der schon lange mit dem zuverlässigen Mittel des Nachtschlafs nach neuen Erkenntnissen forscht, übermittelte mir folgende Botschaft:


Heute nacht erkannte mich das Monster und bat mich, dir, der du schreiben kannst, folgendes aufzunehmen:
Die Pastafari sind eine alte Religionsgemeinschaft, die sich auf den Propheten Pastus beruft, welcher 590 vor Pasta mit einem Schiff vor dem heutigen Haifa kreuzte und seine Lehren verbreitete.
Im Wesentlichen wollte er, dass die Menschen sich frei lieben können, dass sie ohne Bekleidung des Rückens in der Öffentlichkeit auftreten, denn Gott hatte ihm im Traum gesagt, dass es zur Bedeckung des Rückens kein Grund gebe, da ja jeder Mensch von hinten gleich aussieht.
Ein anderes Gebot von Pastus befasst sich mit dem Vorrecht der Frau. 
Die Männer sollten sich ihnen unterordnen und den Frauen den Vortritt lassen bei allen Entscheidungen, weil sie diese wohlüberlegter treffen und weniger agressiv an die Durchführung gehen.

Pastus war mit 1,23 m und 65 kg der größte Säugling aller Zeiten. Er wurde von einer einhundertzwanzigjährigen Mutter geboren, sprach schon als Baby zwei Sprachen und gehorchte nur seiner Mutter. Einen Vater hatte er nicht, denn durch göttliche Genumwandlung konnte er sich aus dem halben Chromosomensatz entwickeln, wie man heute sagen würde. 

Er scharte schon als Kind zwölf Homosexuelle um sich herum, die für sich und für ihn täglich das Essen erbettelten oder erbeuteten, je nach ihren piratischen Möglichkeiten.

Die Piraten gab es schon viertausend Jahre früher, sie sind das zweitälteste Gewerbe der Welt, was sie sagen, entspricht immer der faktischen Wahrheit, weil sie sie, die Wahrheit selbst schaffen. Von oben wurde sie ihnen eingegeben, von Piratus, dem Urur..vater des Pastus.

Piratus, der lange als SEINE recht Hand galt, wurde von IHM aus dem Meer erschaffen, das er von Anfang an befuhr. Wir alle kommen aus dem Meer, was die moderne Wissenschaft längst bestätigt hat.

Über allem wacht unser allgütiges Monster, dass diese uralte Gemeinschaft, nachdem sie lange vergessen war, durch den zweiten und letzten Propheten Bobby Henderson wieder belebt hat.

08.12.2014

Ein Gespenst geht um in Templin...... Neues vom Nudelmessenhinweisschild



Gerade hatte ich  einen Anruf vom Bürgermeister, Herrn Tabbert, dem aufgefallen war, dass wohl ein geheimnisvoller Geist alle unsere Nudelmessenhinweisschilder ab- und an irgendwelche anderen Masten angeschraubt hat. Das kurz vor unserer vorgesehenen Einigung morgen. 


Wir nehmen das locker und sehen die aus diesem Grund nicht gefährdet. Wir haben auch das Angebot des Bürgermeisters angenommen, die Schilder bis zur endgültigen Montage an eigene Masten vorrübergehend an z.B. den Masten "Historischer Stadtkern" zwischenzulagern. 



Nudeln machen glücklich. 



Die Bilder hat uns ein Templiner Pastafari, unsere Gruppe hat sich fast verdoppelt, wir sind jetzt 5, geschickt, dem das auch aufgefallen war.

Die beschmierten Schilder werden wir erst mal als Mahnmale gegen religiöse Gewalt gegen Pastafari so belassen.









06.12.2014

Offener Brief an die Christen Templins

Folgenden offenen Brief an die Christen Templins, habe ich heute an  die drei Pastoren der drei christlichen Kirchen, die ev. Freikirche (Baptisten), die katholische und die  evangelische Kirche so wie an einige Redaktionen, vor allem die der Templiner Zeitung, geschickt.

Euch bitte ich sehr, nicht, wie teilweise schon auf fb angekündigt, einen Shitstorm loszutreten. 

Zeigen wir, wie konsequent, aber auch fair und locker, wir Pastafari mit solchen Sachen umgehen. 

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Sehr geehrter Herr Chrzon, sehr geehrter Herr Höhle, sehr geehrter Herr Schein, liebe Christen,

seit der rbb gestern in Brandenburg Aktuell berichtete, dass unsere Nudelmessenhinweisschilder beschmiert wurden, leben wir Templiner Pastafari in Angst. Wird die religiös motivierte Gewalt gegen uns zunehmen? Werden bald Steine in unsere Fenster fliegen oder wir gar persönlich angegriffen werden?

Uns ist durchaus bewusst, die übergroße Mehrzahl der Templiner Christen lebt hier absolut gewaltfrei und fühlt sich den Werten des Humanismus, wie sie in unserem Grundgesetz zum Ausdruck kommen, tief verpflichtet.
Diese Christen werden Gewalt gegen uns nicht christlich finden. Es wird nur eine kleine Gruppe oder gar ein Einzelner sein, vielleicht nur ein verwirrter Jugendlicher, der hier gehandelt hat.

Wir bitten Sie, sich dafür einzusetzen, dass wir Pastafari wieder ohne Angst in Templin leben können und nicht verfolgt werden.

Bitte distanzieren Sie sich öffentlich von dieser Gewalt gegen unsere Nudelmessenhinweisschilder.
Bitte wirken Sie in Ihren Predigten darauf hin, dass diese Gewalt nicht noch zunimmt und sich vielleicht auch gegen Personen richtet. Fordern Sie den oder die Täter auf, sich bei uns zu melden und den Schaden wieder zu beheben. Gern werden wir dann auf eine Anzeige wegen Sachbeschädigung verzichten bzw. die, falls die Meldung zu spät kommt, zurückziehen.

Zeigen Sie Deutschland und der Welt, Templin ist eine weltoffene Stadt, in der auch unterschiedliche Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften friedlich miteinander leben können und ihre eventuellen Streitigkeiten ohne Gewalt im fairen Disput klären.

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle versichern, es war nie unsere Absicht, Sie oder ihre Bräuche zu verspotten. Die sind zweifellos eben so schützenswert wie unsere. Es ging uns mit unseren Schildern nur darum, auf unsere Messen aufmerksam zu machen und so auch in diesem Punkt die Gleichberechtigung zwischen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften umzusetzen. Als solche verstehen wir uns gemäß unserer Satzung.

Mit freundlichen Grüßen

Rüdiger Weida
Vors. d. Kirche des FSM Deutschland e.V. 

Der Stiefel des Niklas



Ziemlich überrascht hat heute Elli S. geguckt, als ein Niklas ihr ihren Stiefel gefüllt hatte.
Wie sah es bei euch aus? Oder ist die Geschichte mit dem Stiefel des Niklas noch gar nicht so richtig bekannt?

Dann nächstes Jahr dran denken meint

Eurer Bruder Spaghettus

05.12.2014

Pastat, Pastat


Heute feiern wir, liebe Gemeinde, wie immer am ersten Freitag im Dezember, das erste Pastat.
Wir zünden das erste Licht an werden nachdenklich oder lustig, feiern und sind glücklich dass nun das Weinachtsfest naht. Vielleicht singt der eine oder andere Pirat sogar vergnügt unser Lied.
Das findet ihr auch auf unserer CD mit Pastafariliedern. Vielleicht eine Idee für alle die, die noch ein ausgefallenes Weinachtsgeschenk brauchen?


04.12.2014

Das Wort zum Freitag - Schilderstürmer in Templin

Die Bilder hängen wieder


Das „Wort zum Freitag“ hätte heute auch einfach „Dankeschön“ heißen können. Ich bin überwältigt von eurem Zuspruch und begeistert, wie schnell sich Nudelmessenschildpaten gefunden haben. Wir hatten mehr Anfragen als Schilder und Thijs Brouwer hat gleich überwiesen, ohne anzufragen. Leider waren da schon alle Schilder vergeben. Was nun, Thijs? Ich habe sonst keine Daten von dir und dein Name scheint ziemlich häufig zu sein. Wenn du das liest, bitte melde dich.

Nun geht es in die nächste Runde. Wahrscheinlich werden wir eigene Masten brauchen. Es haben sich bereits drei Pastafari gemeldet, die nun Nudelmessenhinweisschildmastpaten werden möchten. Den vierten lassen wir mal für Thijs in Reserve. Also bitte nur per mail oder PN Bereitschaft erklären, wer ggf. einspringen möchte, nicht gleich überweisen. Weder ob es überhaupt so kommt, noch wie teuer das wird, ist bisher klar. Wir wissen noch nicht, was es kosten wird und ich weiß noch nicht, wie viel unsere alten Umleitungsschilder bringen werden, die ich heute bei Ebay zum Verkauf eingestellt habe.

Wer eins möchte, kann da mitbieten, wer uns helfen möchte, kann den Verkauf bekannt machen und teilen.

Natürlich bekommen auch die Nudelmessenhinweisschildmastpaten genau so eine Urkunde, CD und Bandana wie die Nudelmessenschildpaten. Genau wie bei denen werden wir auch die Namen der Paten auf den Masten vermerken und die entsprechenden Bilder veröffentlichen. 






Nun seid ihr aber sicher schon gespannt, was sich so weiter hier getan hat. Aber ich wollte wirklich zuerst mein Danke schön an euch los werden.

Manche der Infos habe auch ich nur aus der Presse, außer der Presse und dem Bürgermeister hat bisher noch niemand mit mir gesprochen.

Am Montag gab´s ne dicke Überraschung. Urplötzlich waren unser Schilder weg. Alle. Ich bin sofort zur Polizei und habe Anzeige wegen Diebstahl erstattet. Für den nächsten Morgen hatte sich Sat1 angemeldet, um zu berichten. Also bin ich gleich am Dienstagmorgen los und habe neue Schilder bestellt. Dieses Mal in der gleichen Größe wie die anderen. Eigentlich hatte ich das von Anfang an so geplant und erst beim Anschrauben gemerkt, unsere Schilder waren größer. Das Maß hatte ich aus der Durchführungsbestimmung. 
Das Sat-Team ist mit zum Schildermaler und anschließend zu mir in die Werkstatt. Dort musste ich noch die Mastklammern anbauen.






Als wir gerade fertig waren, Cpt. Nodus hat mir den ganzen Tag geholfen, tauchte plötzlich jemand auf dem Hof auf und wollte ein paar Schilder los werden. Meine Frage, wer sie denn sind, wollte er nicht beantworten: „Das sehen Sie doch.“ Stimmt, der hatte ein kleines Zeichen der Straßenmeisterei an der Arbeitskleidung. Ich war von den Socken, wollte aber doch die Schilder in die Kirche tragen. Kaum hatte ich die in der Hand, wurden sie mir recht rüde wieder entrissen. Ich sollte erst noch eine Empfangsbestätigung unterschreiben. Weil es die nicht als Duplikat gab, mussten die beiden Herren noch mal losfahren und das holen. Dann unterschrieben wir, die Straßenmeisterei fuhr los zum Straßenmeistern und ich mit Cpt. Nodus zum Schilder anschrauben.

                                      
wir fotografieren wie sat 1 den rbb filmen, die mich interviewen
Beim Anschrauben war plötzlich auch das Team vom rbb da, und so konnten die von Sat1 filmen wie die mich filmten. Sie hatten aber auch selbst noch ein paar Fragen, den Bericht habt ihr vielleicht schon gesehen. Den von Sat1 fürs Frühstücksfernsehen gedrehten habe ich noch nicht gefunden.

Die Schilder hingen also wieder und was jetzt kommt, weiß ich nur von Journalisten bzw. aus den Medien. Angeblich soll der Abbau von der übergeordneten Straßenmeisterei angeordnet worden sein. Die war wohl der Meinung, die erteilte Genehmigung sei nicht gültig, weil das eigentlich sie hätten genehmigen müssen. Ich halte das für ein innerbehördliches Problem, das für die Gültigkeit der Genehmigung keine Bedeutung hat. Später soll dann die Gültigkeit doch nicht mehr bestritten worden sein, dann doch wieder, da scheint es irgend ein Pendel zu geben.

Der Bürgermeister soll an einem Kompromiss arbeiten. Ich habe ihn angerufen und das stimmte. Der soll so aussehen, dass wir eigene Masten bekommen und einen Mindestabstand zu den Kirchenschildern einhalten. Wie viel, wird noch zu verhandeln sein. Das ist ein Kompromiss, den ich durchaus mitgehen würde. Jedenfalls, wenn dafür nicht ein neuer Antrag gestellt werden muss. Da hätte ich Angst, so die bestehende Genehmigung als unwirksam anzuerkennen und dann doch am Ende evtl. aus irgendwelchen neuen Erkenntnissen heraus  keine neue zu bekommen.

Ich habe das Problem heute unserem Rechtsbeistand geschildert, bis es zu dem Gespräch kommt, werde ich mehr darüber wissen. Ja, wir haben einen. Sogar einen, der dafür kein Geld nimmt, einen, der sich selbst gemeldet hat und einer, der für sein Engagement in der säkularen Szene bekannt ist. Auch dafür noch ein herzliches Dankeschön.

Was gäbe es sonst noch zu sagen?

Nächste Woche wird es wohl das Gespräch zur Kompromissfindung geben. Bis dahin wird die Straßenmeisterei die Schilder nicht abhängen. Beim Pfarrer Schein habe ich mich entschuldigt, dass ich die Schilder ohne vorherige Information angebracht habe. Ich war davon ausgegangen, dass die Straßenmeisterei das bestimmt, auch wenn andere den Mast bezahlt haben. Ist ja nicht unüblich, etwas zu bezahlen ohne daran Eigentum zu erwerben. Den Straßenausbau vor dem privaten Grundstück z.B., da wird dadurch die Straße auch nicht zum Privatweg sondern alle Autos dürfen fahren. Ganz überzeugt bin ich immer noch nicht, dass es mit den Masten anders ist. Aber ich habe keine Schwierigkeiten, mich zu entschuldigen, wenn mein Fehler auch nur wahrscheinlich ist.

Das Medienecho ist riesig. Sogar in China und beim BBC wird berichtet, ich habe eine Anfrage aus der Slowakei erhalten, und noch vier große deutsche Medien haben sich bei mir angemeldet. Sonnabend wird wohl was in der WELT stehen und auch die ZEIT wird in ihrer nächsten Beilage "Christ und Welt" berichten.

Auch erste Links zu Berichten aus dem englischen Sprachraum hat der Eine oder die Andere gefunden, wenn ihr auch welche habt, egal wo her, immer her damit. Ebenso bitte mit gedruckten Zeitungsseiten.

Wenn nächste Woche hoffentlich alles vorbei sein wird, werde ich eine Linkliste erstellen.

Seid guter Hoffnung und zieht bitte weiter so toll mit, wie bisher.


BS

PS. Das Rechtschreibprogramm hat mir gerade beim Durchlauf für Nudelmessenhinweisschild „Delikatessengeschäft“ vorgeschlagen. :)

30.11.2014

Templin, Pfarrer Schein und Nudelmessenhinweisschilder




Darf ich heute eigentlich die Antwort auf Pfarrer Scheins Antwort auf mein Angebot, ein Viertel der Kosten für die Masten, an denen in Absprache mit dem Straßenbauamt und der entsprechenden Durchführungsverodnung unsere Nudelmessenhinweisschilder hängen, beantworten? Schließlich ist Sonntagsarbeit gerade auch auf Antrag evangelischer Verbände vom Bundesverfassungsgericht streng begrenzt wurden. Nur bei echtem Bedarf darf es die noch geben.


Ich habe nie vestanden, warum das im Interesse der Kirchen liegt. Gerade für sie ist doch Sonntagsarbeit absolut normal. Man kann die armen Pfarrer nur bedauern, die hier im flachen Land manchmal bis zu 13 Gemeinden bedienen müssen, auch mit Sonntagsgottesdiensten. Das arm war jetzt natürlich nur auf den Arbeitsstress bezogen. Immerhin verdienen die in Brandenburg mindestens 3561 Euro, im Schnitt 5.503 Euro und in der Spitze sogar 7.808 Euro.
Aber das Arbeitsleben ist sicher schwer. Die gesellschaftliche Anerkennung schwindet und die Gläubigen werden immer weniger. Kann man da noch davon ausgehen, dass, wie gefordert, noch ein echter Bedarf besteht? Müssen diese Messen ausgerechnet Sonntags gehalten werden? Andere Gemeinschaften, wie wir, tun das ja auch nicht. Das kann man gut auf unseren Nudelmessenhinweisschildern erkennen.

Womit ich endlich zum Thema gefunden hätte. Um die gibt es, zu meiner Verwunderung, ja einige Aufregung. Natürlich gehört es sich, wenn man Masten gemeinsam nutzt, diese auch gemeinsam zu bezahlen. Das habe ich auch angeboten. Damit ihr mir das glaubt, veröffentliche ich hier mal, ohne jeden weiteren Kommentar, die dazu mit dem evangelischen Pfarrer, Herrn Schein, getauschten Mails.



28.11.2014 11:25 Uhr
Sehr geehrter Herr Schein,

da Sie die größte Religionsgemeinschaft in Templin vertreten, vermute ich, Sie waren auch federführend bei der gemeinsamen Aufstellung der Gottesdiensthinweisschilder der evangelischen, katholischen und freien Kirche.
Weiterhin vermute ich, dass auch Sie, ebenso wie wir, lt. Genehmigung des Straßenbauamtes selbst für die Kosten aufkommen mussten.

In Absprache mit dem Amt und entsprechend der gesetzlichen Forderung, solche Schilder zusammen zu legen, haben auch wir unser Nudelmessenhinweisschild mit an diese Maste montiert.

Deshalb möchten wir uns auch an den Kosten für diese beteiligen.


Ich schlage vor, Sie übersenden mir eine Kopie Ihrer damaligen Rechnung für die Aufstellung der Masten und wir überweisen ein Viertel der Kosten auf ihr Konto bzw. nach Wunsch auch je ein 12tel an jede der drei Kirchen.

Außerdem erklären wir uns bereit, wenn die Erneuerung eines Schildes notwendig wird, uns entsprechend an einem neuem, gemeinsamen Schild zu beteiligen.

Sollten Sie nicht der richtige Ansprechpartner für diese Angelegenheit sein, bitte ich Sie, mein Schreiben entsprechend weiter zu leiten.


Rüdiger Weida
Vorsitzender


28.11.2014 19:57 Uhr
Sehr geehrter Herr Weida !
Heute habe ich erst die Veränderung am Eingang von Templin wahrgenommen...
Es ist schon ziemlich anmaßend, dass Sie ohne uns zu fragen  Ihre riesigen Schilder unter unseren Gottesdienstschildern befestigt haben. 
Sie können Werbung machen für Ihren Spagetti-Verein wo sie wollen, aber nicht unter unseren Gottesdienstschildern oder in deren unmittelbarer Nähe. Als einen angemesseneren Ort nutzen Sie doch die Nähe des "Italieners" in Templin oder Ihr eigenes Grundstück.
Wir erwarten, dass Sie sofort Ihre Schilder von unseren Schildermasten entfernen. Ihnen selbst würde es sicher auch nicht gefallen, wenn ich an Ihrem Gartenzaun - ohne zu fragen- ein genehmigtes Werbeschild für unsere Kirchen anbringe.
Ich hoffe, wir können ohne Streit dieses Problem lösen. Bei der Stadtverwaltung werden wir uns noch kundig machen.
Mit freundlichen Grüßen Ralf-G. Schein


30.11.2014 13:28 Uhr
Sehr geehrter Herr Schein,

vielen Dank für ihre schnelle Antwort.

Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich kein Problem, das geklärt werden müsste, sondern lediglich ein Stück gesellschaftlicher Normalität.

Seit 2008 ist es allen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften erlaubt, auf Landesstraßen an Stadteingängen auf ihre regelmäßigen Veranstaltungen hinzuweisen. Die Art, wie sie das tun dürfen, ist in einer entsprechenden Durchführungsverordnung genau geregelt. Unter anderem auch, dass zur Vermeidung von Schilderwildwuchs darauf hinzuarbeiten ist, alle diese Schilder nach Möglichkeit an einem Mast unterzubringen, nach Möglichkeit sogar auf einem Schild. Ich denke, gerade in einem pluralistischem Staat wie unserem, sollte das, auch unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung, völlig normal sein und die jeweilige Religions- oder Weltanschauung keine Rolle spielen.

In so fern bin ich erstaunt über die Reaktionen, die unsere Schilder ausgelöst haben und biete weiterhin die Beteiligung an den Ihnen entstandenen Kosten für die Masten an.

Mit freundlichen Grüßen
Rüdiger Weida



27.11.2014

Das Wort zum Freitag - Gottesdiensthinweisschild "Nudelmesse"


Wieder einmal, liebe Brüder und Schwestern,  tapfere Piratinnen und holde Freibeuter, ist uns etwas Neues gelungen im Kampf um die Gleichbehandlung von Pastafari mit anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. 



Nachdem wir 2006 die erste  pastafarianische Gemeinschaft Europas, vielleicht sogar der Welt, waren, die überhaupt juristische Person geworden ist, nachdem wir 2011 wieder die erste waren, die als gemeinnützige Körperschaft anerkannt wurde, nachdem wir im Mai die erste pastafarianische Kirche weltweit geweiht haben und seither regelmäßige Nudelmessen bieten, sind wir nun wohl auch die erste, die mit behördlicher Genehmigung an den Ortseingängen der Stadt auf ihre Nudelmessen hinweisen darf.  


Templin, Prenzlauer Allee

Den Antrag hatten wir im September gestellt. Als ich nach vier Wochen telefonisch nach dem Stand der Bearbeitung gefragt habe, gab es Grund zur Freude. Der Antrag wurde bewilligt. Allerdings erst einmal nur mündlich. Dann dauerte es noch etwas, bevor die Genehmigung auch schriftlich kam, dann mussten noch die Schilder bestellt werden, dann war es so weit. Heute habe ich die an allen vier wichtigen Ortseingangsstraßen Templins angebracht.


Templin, Lychener Straße
Das Anschrauben war fast schwerer, als die Genehmigung zu bekommen. Wahrscheinlich sind in der Uckermark die Behörden besonders weltoffen. Gut, was meinen Personalausweis mit religiöser Kopfbedeckung betrifft, kann man das nicht gerade sagen, aber als es damals um den Führerschein ging lief auch alles reibungslos. Das war übrigens auch weltweit der erste Führerschein mit pastafarianischer Kopfbedeckung, der aus religiösen Gründen genehmigt wurde. Nicht, weil das Nudelsieb Nikos, dessen Vorbild ich damals gefolgt bin, keine pastafarianische Kopfbedeckung ist. In Österreich gibt es, wie sich nach Nikos Antrag herausgestellt hat, einfach eine Gesetzeslücke, dank der man sich beim Führerschein alles aufsetzen kann, was nicht das Gesicht beschattet.


Templin, Vietmannsdorfer Straße
Eine weitere Überraschung war, dass die Schilder deutlich billiger waren als angenommen. 900,- bis 1200,- Euro waren im Netz als Kosten pro Schild angegeben. Wir sind mit allen zusammen noch deutlich darunter geblieben. Deshalb habe ich kurz überlegt, ob ich unseren Käptn Flunkenfug, der sich bereit erklärt hatte, die Kosten für ein Schild komplett zu übernehmen, nicht einfach frage, ob er nun alle übernimmt.


Templin, Zehdenicker Straße

Doch dann kam mir eine andere Idee. Warum sollten wir nicht euch die Möglichkeit geben, auch mit an unserer Aktion teilzuhaben und die Kosten und einen Teil der Folgekosten zu übernehmen? Vielleicht möchte der eine oder die andere von euch voller Stolz sagen können, ich war dabei, denn für dieses Schild bin ich Pate?

Klar, das kostet schon ein bisschen was und wir haben nicht mal viel zu bieten. Mehr als euch zu danken, euch den Titel "Nudelmessenhinweisschildpate" zu geben, eure Namen hier auf der Seite zu veröffentlichen (wenn ihr das wollt) und auf der Rückseite der Schilder zu vermerken, können wir nicht. Doch, eins noch, jedem Paten eine Patenbrief mit unserer Piratenfischbandana und unserer CD mit Pastfariliedern zu schicken.

Auf was es also wirklich ankommt ist, ob ihr einfach Lust habt, noch nachträglich Teil der Aktion zu werden und jedem voll Stolz von eurem "eigenen" Schild erzählen zu können, dem ihr das erzählen wollt.

Wem das einmalig 160,- Euro wert sind, der kann uns eine Mail schicken und fragen, ob noch ein Schild einen Paten sucht oder auch gleich das Geld überweisen. Sollte kein Schild mehr frei sein, eins geht ja schon an Käptn Flunkenfug, überweisen wir natürlich sofort zurück.

Und nun bin ich gespannt. Nicht nur, ob sich Paten finden, auch sonst auf eure Reaktionen.
Ich hoffe, ihr lobt uns tüchtig. ;)

PS. Ich habe den Text noch mal überflogen und denke, es braucht diesen Zusatz.

Ja, wir können stolz auf uns sein. Aber andere können das auch. Die russische, die polnische die italienische und sogar die türkische Kirche haben deutlich mehr Mitglieder als wir. Auch sie haben schon tolle Aktionen gehabt oder haben sie gerade. In der Türkei läuft z.B. eine Petition, mit der die Pastafari dort auf Kopftücher in Schulen reagieren. Sie möchten, dass auch ihre Kinder mit ihren Kopfbedeckungen in die Schule kommen dürfen. Da sollten auch wir mit unterschreiben.

Aus Italien hat mich gerade vor einer Stunde die Nachricht erreicht, dass dort ein neues Buch zum Pastafaritum veröffentlicht wurde. Leider bisher nur in italienisch, aber die Brüder dort wollen wenigstens eine kleine Zusammenfassung auf deutsch schicken. Vielleicht demnächst im Wort zum Freitag.





20.11.2014

Das Wort zum Freitag - Wenn die Zeugen zweimal klingeln

Foto: Steelman


Heute, meine Piratenschar, bin ich stolz, euch einen Gastbeitrag im Wort zum Freitag präsentieren zu können. Falko Pietsch, einer der besten Slamer, hat folgenden Text dafür zur Verfügung gestellt. Etwas länger, ja, aber es lohnt sich unbedingt, den auch zu lesen:

Man erkennt die guten Menschen am Rentner-Beige über der schlaffer werdenden Haut, an der immergleichen Schiebermütze - und dem absoluten Mangel an Takt: Die Zeugen. 
Sie praktizieren eine Form der Öffentlichkeitsarbeit, die in den 1920ern erfunden wurde, um Abonnenten für Zeitungen und Zeitschriften zu werben: Haustürvertretung. 
Kurz nach der Wende war die Methode vielleicht gerade noch so en vogue, um naiven Rentnern   Staubsauger,   Kaffeefahrten   und   Rheumadecken   anzudrehen.   Statt   wie  jeder andere   Anbieter   dubioser   Inhalte   mit   der   Zeit   zu   gehen   und   über   irgendwelche halbseidenen   Datenbanken   e-mail-adressen   zu   organisieren   oder   gleich   die   Cloud anzuzapfen, klingeln sie ungebeten an der Tür und stecken einem Heftchen minderer Qualität zu. Kurz gesagt: Klingeln und Vollabern ist dermaßen 1992.

Andererseits sitzen die Zeugen Jehovas seit 1914 auf gepackten Koffern und warten auf die Apokalypse. Wenn das irdische Leben ohnehin jederzeit endet - warum noch am Zeitgeist orientieren?
Zu hause ist man nicht vor ihnen sicher, aber auch nicht an öffentlichen Plätzen. Jede zweite Kreuzung, Fußgängerzone und Haltestelle haben sie okkupiert; selbst vor den Trutzburgen   der   Wissenschaft   schlagen   sie   Wurzeln:   An   Bibliotheken   und Universitätsgebäuden. Ich werte das als dreistes Manöver, ja, als Angriff.

Prinzipiell befürworte ich ja, dass Menschen den Weg zur Bibliothek finden. Sie sollten aber auch REINGEHEN und LESEN. Davor stehen zu bleiben allein hilft nicht.

"Wir haben die Frohe Botschaft für Sie. Sind sie an der Wahrheit interessiert?"
"Gern, immer. Und sie meinen, sie können mir da weiterhelfen?" gab ich zurück. 
Die beiden älteren Damen reagierten freudig auf mein scheinbares Interesse. Was mich in der  Annahme bestärkte, dass es Menschen gibt, die Ironie selbst dann nicht erkennen, wenn  sie ihnen mit nacktem Arsch voran ins Gesicht springt.  Jedenfalls war ich auf dem Weg  zum Abendessen bei einem befreundeten Paar und ohnehin zu früh dran. Da konnte ich  mir doch fünf Minuten Zeit nehmen für "die Wahrheit", oder?

"Fragen sie sich denn gar nicht, ob es einen Schöpfer gibt, der uns liebt?"
Ich persönlich fand es eigentlich schon immer wichtiger, dass man Familie und Freunde hat, denen man vertrauen und auf die man sich verlassen kann. Für den kafkaesken Über-Vater der Bibel war in meinem Weltbild daher nie Platz und er hat mir auch nie gefehlt. 
Aber gut.

"Sie meinen, Gott kann uns helfen? Ja? Bei Erderwärmung und Euro-Krise?" Mühsam verkniff ich mir die Frage, ob Gott auch was gegen den Papst unternehmen könnte. Man soll nicht zu viel verlangen. Erstmal Weltfrieden... klein anfangen.

"Ja, sehen sie: Die Katastrophen, die wir derzeit erleben - das sind die Vorboten auf das Reich Gottes. Die Erdbeben und Tsunamis, die Kriege und der Hunger. Jesus kehrt bald wieder und wird die Gerechten ins Paradies führen."  
"Das find ich klasse. Wäre es nicht nett, Jesus käme jetzt schon, würde den Leidenden, Hungernden und Obdachlosen ihr Elend ersparen und sie geradewegs durch die goldenen Pforten geleiten?" 
"Es wird schon bald passieren. Die Leiden sind eine Prüfung, die Gott uns gibt. Wir müssen IHN erkennen und in seinem Geiste leben, um Erlösung zu finden." Ihre Begleiterin lächelte bestätigend und beinahe vorfreudig.

"Das klingt mir etwas zu abstrakt. Was genau muss ich denn tun?"
"Lesen sie die Bibel. Nehmen sie sich das Wort Gottes zu Herzen."

Fange ich jetzt eine Diskussion mit ihr an, dass die Bibel ja doch zweifelsfrei 
Menschenwerk ist? Dass es von geschätzten dreißig Evangelien ganze vier ins Neue Testament geschafft haben? Dass die Schriften von Thomas, Philipp und gar vom Heiligen Petrus vernichtet wurden - immerhin: War er, Petrus, nicht Jesu liebster Apostel und erster Papst? Was, wenn ich ihr vom Evangelium der Maria Magdalena erzähle und ihrer alles andere als platonischen Beziehung zum vermeintlichen Jesus? - Wird die fromme Zeugin sich dann das Buch der Offenbarung in die Ohren stopfen und im Kopf rasch das Vater-
Unser aufsagen?   

"Wir dürfen uns nicht dem verdorbenen Zeitgeist hingeben und all den Lastern. Gott will nicht, dass wir Unzucht treiben, uneheliche Liebe und... na, sie wissen schon, ... diese Schwuchteln. Das werden ja auch immer mehr."

Ich simulierte Verwunderung: "Ach, Sie meinen, Homosexuelle kommen nicht ins Paradies?"
"Ich bitte sie, die sind doch krank!" entfuhr es ihr, erschrocken über mein Unwissen. Die zweite im Bunde schüttelte sich, als müsste sie sich von dem Gedanken befreien. Und hastig blätterten sie synchron in ihren Bibeln. 

"Sie haben Gott nicht erkannt. Sie trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung. Sie sind voll Ungerechtigkeit und Schlechtigkeit. Wer so handelt, verdient den Tod. ... Römerbrief, 1,26." 
Stolz und erleichtert tippten sie nachdrücklich auf die betreffende Seite. Ich konnte ihre Freude nicht ganz teilen.

"Gott liebt also nicht alle Menschen auf die gleiche Art?" fragte ich enttäuscht. 
"Freilich nur die, die nach seinen Geboten leben. Er hat Mann und Frau gemacht, damit sie einander lieben und Kinder machen können. Alles andere ist gegen seinen Plan und widernatürlich."
"Sind wir nicht alle seine Geschöpfe?"
"Ja, sicher."
"Die Tiere und die Menschen?"
"Ja, sicher."
"Und hat er uns nicht auch mit Trieben und Instinkten ausgestattet, damit wir 
überleben?" "Ja, alle Kräfte im Menschen und in allem, was lebt, kommen von Gott."
... "Wenn doch aber bislang bei über 90% aller Säugetierarten mitunter homosexuelles Verhalten beobachtet wurde? Kommt das dann nicht auch von Gott? Und ist es dann nicht der Natur entsprechend?" 

Für eine Sekunde dachte ich, jetzt hätte ich die Zeugen 
bei den Eiern. Mich überkam ein innerer Vorbeimarsch. Wenn alles Gottes Schöpfung ist, dann muss doch auch all das gut sein, was Gott geschaffen hat? Da kann es doch unter denkenden Menschen keine zwei Meinungen geben!

"Die Tiere kennen nicht Gottes Gesetz. Sie haben keine Vernunft. Der Mensch aber kennt Gottes Wort und muss seine Triebe zügeln." Diese Damen waren schlagfertig, gut trainiert.
Zugegeben. Mich streifte das Bild, wie man ihnen den Kopf aufgeflext haben musste, um drinnen kräftig durchzubohnern; dann zwei Bibeln rein als Dämmmaterial gegen die Kälte und wieder zugemacht. Meine Blicke suchten ihre Schläfen unauffällig nach Schweißnähten ab.

"Woher kommen diese Triebe dann aber, wenn nicht von Gott? Warum gibt Gott manchen Menschen Begierden, die er für verwerflich hält?"
"Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern eines 
vergänglichen Menschen. Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus. Die  Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander. Römerbrief 1,23." 

Und wieder schauten sie einander beglückt an, denn sie hatten die 
Antwort in ihrer Bibel gleich gefunden. Ich begann, diesen Gott reichlich perfide zu finden, der die Ungläubigen mit Trieben straft, die in seinen Augen Sünde sind - nur um sie nachher noch mit Tod und Höllenfeuerein zweites Mal peinigen zu können. Ich entschloss mich, die Strategie zu wechseln:

"Jetzt mal Gott beiseite: Hat ihnen ein homosexueller Mensch je etwas böses getan?"
"Nein, aber... entschuldigen sie, das hat Gott nicht gewollt. Wenn sich zwei Männer küssen, das ist doch ekelhaft."
"Gut, es wäre sicher nichts für mich... aber: bei zwei Frauen, meinen sie nicht, da drückt Gott ein Auge zu und schielt mit dem zweiten?" fragte ich schelmisch.
Wieder schüttelte es die beiden Damen.
"Im ernst: ich finde auch Menschen eklig, die Muscheln schlürfen; nur weil ich etwas eklig finde, ist das noch lange kein Grund, es zur Sünde zu erklären."

"Ihr sollt nicht essen, was aus dem Meer kommt, doch weder Schuppen noch Flossen hat. Levitikus 11,10." - "Und Deuteronomium 14,11!", fügte die zweite schnell hinzu. Gott schien mit seiner Abneigung gegen Meeresfrüchte auf meiner Seite zu sein. Andererseits: Heuschrecken, Gazellen und Lämmchen zu schlachten, findet er okay.  Levitikus 11,22. ... Gott und ich könnten uns nie auf ein gemeinsames Buffet einigen.

"Darf ich sie etwas Privates fragen?"
"Nur zu, junger Mann, fragen sie!"
"Gott hat also Mann und Frau als Paar geschaffen, damit sie sich vermehren können und nach seinem Gesetz leben."
"Ja."
"Wenn ich so indiskret sein darf: Sie sind etwa 70 Jahre alt..."
"74!"rief sie lächelnd aus und war offenbar geschmeichelt.
"...sie haben also sicher einen liebenden Mann, Kinder und auch Enkel?"
Sie stockte einige Sekunden. Und mit mütterlich-sinnierendem Tonfall erklärte sie mir, dass es nur einen Mann in ihrem Leben gegeben habe. Da sei sie 18 Jahre alt gewesen. Aber Gott habe ihr gezeigt, dass er nicht der richtige war. Und seitdem war sie allein geblieben.

"Haben sie es je mit Frauen ausprobiert?" hakte ich nach und biss mir augenblicklich auf die Zunge. Sie wurde rot ... und ich wusste nicht, ob vor Wut ... oder vor Scham. Mein Bus kam, ich verabschiedete mich eilig und ging zur Haltestelle. Ich war ja noch zum Essen eingeladen. 
Sie tat mir leid, die alte Dame, dass sie über 50 Jahre lang auf alle leiblichen Freuden verzichtet hatte. Was mich jedoch ekelte, war, dass sie der Welt jene Beziehungsratschläge und Sexualmoral aufzwingen wollte, die sie in ihrem antiken Mythenbuch gefunden hatte.
Eine Paartherapeutin mit Soziophobie. Prost Mahlzeit.
Ein Mensch mit Höhenangst wird schließlich auch kein guter Fluglehrer, nur weil er mal ein Buch über Zugvögel gelesen hat.
Als ich bei Florian und Tom klingelte, öffnete ihr vierjähriger Sohn grinsend die Tür.


Es gab Muscheln. 

Na, habe ich zuviel versprochen? Es hat sich gelohnt, das zu lesen. Noch besser ist nur, das von Falko live zu hören. Wer die Gelegenheit hat, unbedingt hingehen. 

Aber auch ernsthaft kann Falko richtig gut. Hier ein Video mit ihm, in dem die Pascalsche Wette auseinander genommen wird. Er ist der ist der Typ mit dem Bart.



13.11.2014

Das Wort zum Freitag - Helft der ZEIT ONLINE



Diese glaubensoffene Zeitschrift hat ihre Leser aufgefordert in kurzen Artikeln zu schildern, wie sie zum Glauben gefunden oder den verloren haben. Weil sich nur Christen meldeten, gab es extra eine Aufforderung an Nichtchristen, sich zu beteiligen. Natürlich habe ich sofort reagiert.

Erschienen ist mein am 06.11.14 eingereichter  Beitrag jedoch nicht. Vielleicht habe ich einfach zu schlecht geschrieben? An der Religion kann es nach der obigen Aufforderung ja nicht gelegen haben.

Deshalb bitte ich euch, meine Schwestern und Brüder, schreibt auch ihr an die Zeit. Hier findet ihr einen Beitrag vom 08.11.14 zur Orientierung. Eigenartiger Weise wieder von einem Christen. Ihr seht also, es ist dringend nötig, dass auch ihr zu Feder greift und diese Serie komplett macht. Schickt euren Beitrag, der nicht mehr als 3000 Zeichen habe sollte, an leseraufruf@zeit.de und vergesst nicht das Stichwort "Glaube" im Betreff sowie euren Namen und Adresse unter dem Text. Helft der ZEIT! :)

Mein Beitrag sah übrigens so aus:

Nichts geht ohne Pasta

„Gott ist allmächtig und gütig“ hatte ich schon oft gehört und immer ein bisschen geschmunzelt.
Nun hat sich mein Leben geändert. Zum Guten, denn als Atheist, der ich vor meiner Erweckung war, ist das Leben kompliziert und voller Selbstvorwürfe.

Aufgewachsen bin ich im Osten in einer „Bergarbeiterwohngemeinde“. Der Umgangston dort war eher rau, die Ansprachen direkt und man hatte zwar davon gehört, dass manche Leute kirchlich wären, kannte vielleicht sogar welche, aber ein Rolle hat das nie gespielt. Irgendwann erfuhr ich, dass Oma, Opa und mein Vater evangelisch waren und meine schon verstorbene Mutter neuapostolisch. Weil man sich nun nicht einig war, wie ich getauft werden sollte, wurde ich es gar nicht. Glück gehabt.

Nein, nicht weil ich was gegen Glauben habe. Es sollte nur der richtige sein. So war ich einfach offen für den, der wirklich zu mir passt und nicht durch meine Umgebung vorgeprägt ist. Bis ich den allerdings fand, dauerte eine Weile. Mehr als 50 Jahre. Das ist nicht wirklich verwunderlich, denn das Pastafaritum ist eine sehr neue und frische Religion. Erst 2005 hat sich das Fliegende Spaghettimonster offenbart und ist seit dem eine, vielleicht sogar die am schnellsten wachsende Religion. Schon über 30 Millionen sind wir weltweit.

Es hat mich sofort erfasst, als ich die Botschaft unseres Propheten Bobby Henderson vernahm. So einleuchtend, so klar und, vor allem, so zeitgemäß war die, da wusste ich sofort, mit dem Atheismus ist es bei mir vorbei. Ganz besonders gefällt mir, dass wir keine Dogmen akzeptieren und alles hinterfragen müssen. Dadurch war der Umstieg vom Atheismus nicht so schwer.

Schwer war eher, dass ich noch niemand hatte, mit dem ich über meinen neuen Glauben reden konnte. Irgendwann konnte ich nicht mehr anders und habe mich meiner Frau offenbart. Das war nicht leicht für sie, sie war zunächst alles andere als Feuer und Flamme. Doch dann kam auch bei ihr die Neugier und kurz danach war ich nicht mehr der einzige Pastafari in unserer Familie. Schnell kam dann noch unser Sohn, der schon lange selbstständig war, dazu. Noch größer wurde die Freude, als sich weitere Pastafari aus Berlin und dem Barnim meldeten, wir wohnten inzwischen in der Uckermark, mit denen wir uns trafen. Es wurden regelmäßige Treffen, wir entwickelten Zeremonien und gründeten schließlich eine Kirche. Die wuchs und wuchs und ist heute gemeinnützige Körperschaft. Es macht stolz, so eine Gemeinschaft wachsen zu sehen. Wichtiger ist aber das große Vergnügen, das Empfinden von Gemeinschaft und das Wissen, mit dem Tod muss nicht alles vorbei sein. Ja, auch wir haben einen Himmel in dem wir dann verwöhnt werden: Mit einer Stripper(innen)fabrik und einem Biervulkan.

Bis dahin ist es aber hoffentlich noch ein bisschen hin. Pastafari leben gern auf der Erde. Nur manchmal tut es etwas weh, wenn andere uns als Spaßreligion bezeichnen. Die meinen es sicher nicht böse. Manchmal verstehe ich sie sogar, wenn wieder mal jemand mit einem Nudelsieb auf dem Kopf zu sehen ist und behauptet, er wäre Pastafari. Das muss ja komisch wirken.

Tatsächlich ist diese Alberei nur eine aus Unwissenheit in Österreich entstandene Unsitte, die nichts mit unserem Glauben zu tun hat. Pastafari, so sagt es unser Evangelium völlig eindeutig, stammen von Piraten ab und haben sich als solche zu kleiden. Auch, um die Erderwärmung zu stoppen. Es ist statistisch klar erwiesen, dass zeitgleich mit dem Aussterben der Piraten die Erde immer wärmer wurde. Das muss sich wieder ändern.

Mit ein Teil derer zu sein, die das mit offenem Herzen und freiem Sinn angehen, gibt ein tiefes Gefühl der Befriedigung. Mehr noch, es stärkt die Persönlichkeit eines jeden von uns. So gibt mir und anderen Pastafari unsere Religion, die uns zwar Spaß macht, aber die wir doch sehr ernst nehmen, die Möglichkeit, aus eigener Kraft und nicht auf Kosten anderer erfolgreich durch das Leben zu gehen.  

11.11.2014

Heute feiern wir das Marzianifest - feiert alle mit



Damit ihr nicht vergesst, heute anderen großzügig Nudeln in die Tasche zu stecken, hier noch mal die schöne Geschichte, wie dieser pastafarianische Brauch entstanden ist:
Wer von euch Pastafari weiß eigentlich noch, woher das Marzianifest seinen Namen hat?

Wir alle kennen die Marziani. Sie erinnert uns irgendwie an die Mittelgräte eines Piratenfisches.

Vor so langer Zeit, dass die Geschichte fast in Vergessenheit geriet, zog ein sehr alter und sehr hungriger Mann durch die Straßen seiner Stadt. Es war November, ein besonders nasskalter. Seine Beine trugen ihn kaum noch, als er gegen den Sturm ankämpfte. So klopfte er an die Türen der Häuser, um nach Essbarem zu fragen. Aber er hatte wenig Glück. Einen einzigen Fisch bekam er geschenkt. Den verschlang er heißhungrig und steckte dann die Gräten in seine Manteltasche. Er wollte sich ein Feuer machen und die Gräte auskochen, um so noch ein heißes Getränk zu bekommen, das ihn wärmen sollte.

Als er so am Feuer saß, kamen Kinder vorbei. Sie hatten sich beim Spielen verspätet, es war ihnen kalt und so setzten sie sich kurz mit ans Feuer, um sich zu wärmen. Als sie sahen, was für eine karge Mahlzeit da am Entstehen war, fassten sie den Entschluss, den Alten einfach mit nach Hause zu nehmen.

Im November, dem Monat, in dem die Piratenweiber Nudelvorräte für das ganze Jahr bereiten, ist es warm in jeder Kate. Außerdem fällt immer mal was ab für einen, dem die Knochen schon fast klappern, weil kein Gramm Fett mehr auf seinen Rippen ist.

So wurde der Fremde freundlich aufgenommen und bekam einen ordentlichen Teller Nudeln vorgesetzt. Mit dem noch unverarbeiteten Teig formten die Kinder die Nudeln in neuer Form, um ihrer Mutter Marzia zu zeigen, woraus der Alte sich Suppe kochte. 

Das rührte die Mutter so sehr, dass sofort weitere Nudeln formte, die dann bald überall Marziani genannt wurden. Als sie getrocknet waren, stopfte sie so viele in die Taschen des Alten, dass die Taschen fast die Form von zwei Fleischbällchen hatten. Er sollte so schnell nicht wieder Hunger verspüren.

Als sie ihm jedoch ein Nachtlager anbieten wollte, denn es war inzwischen stockfinster, verabschiedete sich der Alte. Er musste weiter, hatte ein paar Orte weiter eine kranke Frau zu versorgen. Das gutherzige Piratenweib schickte die Kinder auf den Boden, um die Laternen zu holen. Sie sollten den Alten noch ein Stück Wegs aus der dunklen Siedlung der Piraten begleiten, damit er heil zu seiner Kate fand.

All das geschah am 11. November und wurde von Generation zu Generation weiter erzählt. Seither feiern alle Pastafari den 11. November, indem sie sich abends ums Feuer versammeln. Ein großer Kessel mit Marziani köchelt und auch andere Leckereien werden gereicht. Jeder darf sich bedienen, ob arm oder reich. Alle Menschen der Umgebung sollen teil haben an der Freude der Piraten.

Geht das Fest seinem Ende entgegen, bekommt jeder, der es verlässt, eine Marziani in die Jackentasche gesteckt, damit ihm niemals die Pasta ausgeht. Dieser Brauch hat sich bis heute erhalten, wie auch Lampionumzüge der Kinder.