07.03.2013

Das Wort zum Freitag - Kirchensteuerreform bittet alle zur Kasse



Der Zustrom zu unserer Kirche hält unvermindert an. In nicht einmal einem Monat konnten wir die Zahl der Mitglieder um mehr als 6% steigern. Welche andere Kirche könnte nur annähernd Ähnliches verzeichnen?

Was aber ist die Grundlage für diesen unglaublichen Erfolg?
An erster Stelle natürlich unsere unglaublich überzeugende Lehre, die besten Jenseitsversprechungen weltweit, die Gott-zurück-Garantie und unsere flauschigen moralischen Standards.

Es könnte aber sein, das dies nicht die einzigen Gründe sind. Einen neue Kirchensteuerreform droht alle Bundesbürger abzukassieren...wenn man nicht Pastafari ist. 


Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen wurde uns eine Information zugespielt, die wir nachfolgend im Originalwortlaut wiedergeben.
Allerdings nicht, ohne nochmals auf unsere immer wieder erhobene Forderung, alle Kirchen in Deutschland gleichberechtigt zu behandeln, hinzuweisen.



Nein, Brüder und Schwestern, ihr müsst nun nicht fürchten, auch wir wollen euch so abzocken, wie die Amtskirchen ihre Mitglieder. Unser Forderung nach Gleichstellung aller Kirchen und Religionsgemeinschaften in Deutschland bezieht sich nach wie vor auf den einzig wirklich möglichen Weg, Gleichberechtigung auf unserer Ebene. 

Weg mit den Kirchenprivilegien, weg mit dem Status der KdÖR und alle vereint unter dem Dach des Vereinsgesetzes. :) 

"Kirchen arbeiten an großer Kirchensteuerreform
Auch Betflat-Rate im Gespräch


Die großen Rundfunkanstalten und die GEZ haben es vorgemacht, nicht nur die tatsächlichen Radiohörer und Fernsehzuschauer müssen künftig zahlen, sondern jeder, der eine Wohnung bewohnt. Man geht davon aus, dass durch die Vielzahl der Empfangsmöglichkeiten jeder in irgendeiner Form Radio oder Fernsehen konsumiert.


Die Idee ist bestechend, auch wenn sich zur Zeit Widerstand gegen die beschlossene Neuregelung des Rundfunkbeitrags breit macht.


Eine überkonfessionelle Arbeitsgruppe, die seit Jahren Alternativen zur Kirchenfinanzierung jenseits des staatlich unterstützten Kirchensteuereinzugs durch die Finanzämter diskutiert, ist nun einen Schritt weiter. Das neue Rundfunkbeitragsmodell soll Vorbild für die neue Kirchensteuer werden – die allerdings nicht mehr so heißen soll.


Die kirchlichen Finanzexperten sehen in den zunehmenden Kirchenaustrittswellen eine Gefährdung der nachhaltigen Einnahmequellen der Kirchen in Deutschland. Sie gehen weiter davon aus, dass ausgetretene Gläubige mit dem formalen Austritt nicht ihre Neigung regelmäßig zu beten abgelegt haben. Außerdem nimmt der Kreis der Fachleute an, dass auch Menschen, die nie einer der Kirchen angehörten, einfach „wild“ beten und somit in parasitärer Weise eine Urheberrechtsverletzung begehen. Schließlich, so die Experten der Arbeitsgruppe, haben die Kirchen über Jahrtausende die religiösen Theorien erarbeitet und professionalisiert. Es sei überhaupt nicht einzusehen, dass Menschen hingehen und dieses religiöse Konstrukt einfach für sich übernehmen um damit ihr Seelenheil finden. Das sei eine Urheberrechtsverletzung par excellence.


Der Vorschlag der interkonfessionellen Arbeitsgruppe basiert auf dieser Einschätzung und sieht eine sogenannte Basis-Betabgabe für jede Wohnung vor. Die Höhe der Abgabe soll so bemessen sein, dass die derzeitige Höhe der Kirchensteuer dadurch mindestens erreicht wird.

Also 10 Mrd. Euro geteilt durch die Zahl der Wohnungen in Deutschland.


Damit wäre gleichzeitig die Ungerechtigkeit beseitigt, dass gut Verdienende für ihren Glauben mehr bezahlen, als wenig oder nicht verdienende Menschen. Es sei nicht einzusehen, so die Arbeitsgruppe, dass die Nutzung der Religion unterschiedlich bewertet wird. Erste Rückkoppelungen mit Parteien haben denn auch ergeben, dass diese Neubewertung der Religionsnutzung von der sonst kirchenkritischen FDP positiv aufgenommen wird.


Die Arbeitsgruppe geht aber noch einen Schritt weiter. Die Basis-Betabgabe sei ein sehr fragiles Konstrukt und würde bei sinkendem Wohnraumbestand ebenfalls sinken, wenn nicht durch Erhöhungen – die man aber ausschließen möchte – gegengesteuert würde.


Deshalb haben die Kirchen eine Kooperation mit Google vor. Im Internetzeitalter müßte es doch möglich sein, die tatsächliche Betfrequenz in jeder Wohnung zu erfassen – dabei setzt man auf Freiwilligkeit aller Betenden. Drei Gebete pro Wohnung und Tag sollen kostenfrei und mit der Basis-Betabgabe abgegolten sein. Jedes weitere Gebet muss über den von Google entwickelten elektronischen Betstock angemeldet und extra bezahlt werden. Die Kirchen erhoffen sich insbesondere in Krisenzeiten erhebliche Mehreinnahmen, die zwar nicht konstant fließen, aber durch ein gezieltes öffentlichkeitswirksames Krisenmanagement steuerbar sind. Dazu sollen Kooperationen mit allen Parteien intensiviert werden. Der Gedanke, der dahinter steht ist schlicht. Würden die Parteien z.B. eine noch schärfere Agendareform auch nur ankündigen, stiege die Betfrequenz deutlich und im Klingelbeutel rappelt es.


Seit einigen Wochen ist das Szenario schon bekannt und so nimmt es nicht wunder, dass sich auch der CCC (Caos Computer Club) dazu zu Wort meldete. Die Anmeldung von Gebeten einzelner Gläubiger über das Internet und dazu noch über die Datenkrake Google sei „no go“. Die Idee sei zwar bestechend, jedoch aus datenschutzrechtlichen Gründen so nicht umsetzbar.


Mit solcher Kritik hatte die interkonfessionelle Arbeitsgruppe wohl gerechnet, denn jetzt kommt die Betflatrate ins Spiel. Gegen eine Betpauschale, deren Höhe noch nicht festliegt, entfällt die fragwürdige Einzelgebetserfassung und Beten ohne Beschränkung wird zum Festpreis möglich.


Dass auch Laizisten, Atheisten und Agnostiker diese Neuregelung nicht so ohne weiteres akzeptieren wollen, dürfte klar sein. Schon gibt es Facebookseiten und Blogs, die eine breite Protestbewegung aufbauen wollen.


Nach Skandalen mit sexuellem Mißbrauch von Schutzbefohlenen in Sakristeien und Kinderheimen, nach der Offenlegung von schwulen Netzwerken im Vatikan und dem daraus resultierenden Papstrücktritt, droht den Kirchen nun neues Ungemach.


Schon gibt es gemeinsame Aktionen von GEZ-Abgezockten mit Atheisten.


Ralf Michalowsky, Sprecher der Laizisten in der LINKEN NRW: „Diesen Religionstechnokraten kann man eines nicht absprechen, Kreativität. Die legen sie besonders dann an den Tag, wenn es ums Geld geht. Davon kann die Kirche nie genug kriegen. Irgendwann wird sie hoffentlich an ihrer Gier ersticken!“"






Kommentare:

  1. Driftet leider nach hinten etwas ab, aber der Grundgedanke ist sehr amüsant!

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