27.12.2012

Das Wort zum Freitag - Zwischen den Jahren



Das nudlige Lichterfest, WeinAchten, die Feiertage, Holidays, wie immer auch Pastafari das wichtigste Fest des Pastafarijahrs nennen, nun ist es vorbei.
Zeit, die Füße hochzulegen, sich es gemütlich zu machen und nicht mehr zu tun, als sich mal die Pfeife am Holzbein auszuklopfen. Denn, so ist es alter Brauch, die meisten Arbeiten sind zwischen den Jahren sowieso nicht erlaubt.

Zwischen den Jahren?

Ein Begriff, den alle kennen, aber unter dem längst nicht alle das Gleiche verstehen. Ein Zustand, mit dem wir uns als einzig wissenschaftliche Religion nicht zufrieden geben können. Was ist damit gemeint?

Die meisten verstehen darunter ganz einfach die Zeit zwischen dem großen Fest und dem Jahresende. Viel zu pragmatisch, um uns, die wir immer nach dem tieferen Grund suchen, als annehmbare Lösung dienen zu können.

Wenn man etwas tiefer im Netz gräbt, stößt man auf den Erklärungsversuch der hiesigen Spaßreligion. Demnach haben sich zur Zeit der Kleinstaaterei in Deutschland einfach die unterschiedlichen Sekten der Kreuz-und-Nagel-Fetischisten auf ihrem Flickenteppich nicht einigen können, welcher Kalender anzuwenden ist und wann genau das Jahr nun neu beginnt. Die Zeit dazwischen war dann zwischen den Jahren. Hört sich lustig an und schon fast glaubhaft, denn dass die Falschgläubigen ihre Spaßreligion gar nicht spaßig, sondern viel zu ernst und streitbar nehmen, ist bekannt.

Noch mehr unterstützt wird die These, an allem sind wieder mal die Anbeter des als frauenlose Geistfamilie auftretenden Dreiteilegottes schuld, wenn man auf die nächste Erklärung stößt. Demnach begannen die frühen Verehrer Seppis ihr neues Jahr mit dessen Erscheinung am 6. Januar.


Erst im Jahr 354 legte der damalige Papst den 25. Dezember als Gottesgeburtstag fest. Nicht, weil er neue Erkenntnisse hatte, sondern weil er erkannt hatte. Nämlich dass dann die Heiden, die an diesem Tag ausgelassen ihr Lichterfest feierten, leichter zu bekehren und ihr Feiertag leichter auszulöschen wäre.

Ob er sich das überlegt hätte, hätte er gewusst, die katholische Kirche würde Jahrhunderte später diesen Geburtstag als Beginn des Kirchenjahres festlegen und somit für heillose Verwirrung sorgen? Einer solchen Verwirrung, dass ich vermute, in dieser Zeit entstand der Begriff Spaßreligion.


Doch auch die alten Ägypter müssen gelegentlich als Urheber der Zeit "zwischen den Jahren" herhalten. Ebenfalls wenig überzeugend. 

Auf die rechte Fährte kommen wir, wenn wir uns an die Rauhnächte halten, jene Nächte, in denen Geister und Dämonen unterwegs sind und die Wilde Jagd durch die Lüfte tobt. Dann darf nicht nur keine Wäsche gewaschen werden, auch der Stall wurde nicht augemistet, kein aufgekehrter Staub vor die Tür geworfen und, falls jemand überhaupt vor das Haus ging, musste alles langsam und ruhig gemacht werden.

Ich sehe euch schon lächeln und verstehe euch. Natürlich können Pastafari solchen Firlefanz und Aberglauben nicht als echte Antwort akzeptieren. Aber nach den Ursachen für diesen können wir suchen. Mir hat sich sofort erschlossen, auch hier waren wieder unsere Altpiraten am Werk.

Wenn sie von ihrer Fahrt zurück waren, wurde gefeiert, was das Zeug hielt. So mancher war dann derart blank, dass er kaum noch Geld hatte, um sich bis zur nächsten Fahrt durchzufüttern. Aber nicht alle waren so. Manche waren sparsam oder hatten einfach mehr erbeutet. Für die brach nun die Zeit des Vergrabens ihrer Schätze an. Dabei gab es einiges zu beachten. 


- Es durfte, um nicht aufzufallen, nicht zu lange dauern. So setzten sie sich das Ziel, bis spätestens 06. Januar fertig zu sein. 

- Es durfte möglichst niemand mitbekommen, was sie machten. Sah sie doch jemand, lärmten und tobten sie, dass dem Angst und Bange wurde und die Mär von der Wilden Jagd entstand. 

- Die Pferde mussten stets aufbruchbereit sein, denn natürlich sollte niemand wissen, wann genau der Pirat auf Schatzvergrabetour ging. Deshalb wurde verboten, in der Zeit die Ställe auszumisten. 

- Wenn sie durchs Dorf ritten, sollten ihnen niemand Unrat vor die Füße werfen und die schwer beladenen Pferde zum Scheuen bringen. Noch besser, niemand sollte sie überhaupt sehen. Deshalb wurde verboten, aufgekehrten Staub vor die Tür zu werfen. 

- Weil die Waschweiber, die sich in ihrem Nebenjob als Dorfzeitung was dazu verdienen wollten, alles versuchten, doch etwas mitzubekommen, wurde das Wäscheaufhängen in der Zeit verboten. 

Es ist geradezu umwerfend, wie klar und deutlich sich alles fügt, wenn man nur nachdenkt um die rechte Erklärung zu finden. Ich bin sicher, liebe Brüder und Schwestern, euch geht es nun hier genau so.

So lasst uns denn gemeinsam stolz auf unsere Altpiraten sein und die Zeit zwischen den Jahren nutzen, um sie zu ehren.

Stoßt an!

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