05.07.2012

Das Wort zum Freitag



Beschneidungsverbot?


Ihr wisst, liebe Schwestern und Brüder, es ist mein fester Wille auch andere Religionen in ihrem Wesen zu verstehen und zu unterstützen. In diesem Fall kann ich das nicht. Zu groß ist die Lüge, mit der, in Eintracht vereint wie sonst nie, Juden, Muslime und Christen jetzt auf die Barrikaden gehen.

Zu groß ist die Unehrlichkeit oder Unkorrektheit der Medien, wenn sie diese Lüge übernehmen. Deshalb lasst es uns gleich zu Anfang in aller Klarheit und Deutlichkeit feststellen:

Es gibt kein Beschneidungsverbot!

Bei allem, was wir darüber hören lasst uns das nie vergessen. Niemand hat verboten, sich aus religiösen Gründen beschneiden zu lassen. Niemand, da bin sich sicher, denkt auch nur darüber nach. Das einzige, was verboten wurde, sind nicht medizinisch begründete Operationen an Kindern auf Wunsch ihrer Eltern.  Sobald die selbst entscheiden können, was in der Regel mit 14 Jahren sein dürfte, können  diese Kinder immer noch völlig frei und ungestört von der Gesellschaft das Bündnis mit ihrem Gott durch das Abschneiden der Vorhaut eingehen. Wenn jetzt also Juden und Muslime, unterstützt von Christen, auf die Barrikaden gehen, dann nur, weil dieses für sie wichtige Ritual hinausgeschoben wird, nicht etwa aufgehoben. 

Diese Wartezeit soll so unzumutbar sein, dass jetzt die deutsche Rechtssprechung, auf deren Unabhängigkeit wir so stolz sind, verunglimpft und ihre Protagonisten beschimpft und massiv bedroht werden? Für Muslime sollte die überhaupt kein Problem sein, dort wird die Beschneidung sowieso bis zum 13 Lebensjahr durchgeführt. Da sollte es auf ein Jahr mehr nicht ankommen. Im Judentum, schreibt die Welt, muss(?) der Eingriff am 8. Tag nach der Geburt stattfinden. Das tut sie richtigerweise unter der Überschrift "Religiöser Brauch". Nichts anderes sind tatsächlich die so oft beschworenen religiösen Pflichten. Wenn jetzt Juden, Muslime und Christen unisono gegen das aktuelle Urteil eines Gerichts Sturm laufen, fordern sie, Bräuche über Rechtsordnung zu stellen.

Diese Forderung ist für mich der eigentliche Skandal. Die Unabhängigkeit der Justiz soll aufgehoben und politischer Oppertunität geopfert werden, nur um Bräuche über das Recht zu stellen? 

Kämpfen wir, ihr tapferen Piraten, ihr kühnen Freibeuterinnen, darum, dass dieser Albtraum nie wahr werden möge. 

Kommentare:

  1. Umfragen?
    Es werden immer Umfragen angeführt, wo angeblich nur eine "kleine", weil
    knappe Mehrheit gegen "Beschneidungen" sei.

    Nur, Internetumfragen zeigen oft mehr als 80% Beschneidungsgegner?
    Wie kommt das?
    Werden die Umfragen geschönt? Haben dei Gegner im Internet eine bessere
    Lobby? Die Befürworter eine schlechter Lobby?
    Woher kommen diese Unterschiede?
    Oder entfert sich die Politik und auch die Presse immer weiter
    vom Volk?
    Ist das gewollt? Sind die besser als wir? Schlauer gar?
    Ist der Bundestag schlauer als "sein" Volk?
    Er, der Bundestag, hätte dann doch , nach gutmeinden Umfragen selbst,
    gegen "Beschneidungen" stimmen müssen?
    Wie kann das?

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    1. Das ist ganz leicht erklärt: Hast du die besagte Umfrage gesehen? Wenn man ein politisch gewolltes Ergebnis (in diesem Fall pro Beschneidung) in einer Umfrage möchte, sind zwei Faktoren von entscheidender Bedeutung:
      1) Es kommt darauf an, wen man fragt. Dies erreicht man, indem man Ort und Zeit so wählt, an dem die gewünschte Zielgruppe mit hoher Wahrscheinlichkeit anwesend ist. Möchte man viele Befürworter der Beschneidung antreffen, empfiehlt es sich, zum Abendgebet vor einer Moschee eine "repräsentative" Umfrage zu starten.
      2) Wem die erste Methode aus verschiedenen Gründen zu doof ist, der kann auch eine entsprechend manipulative Frage stellen:

      "Sind Sie dafür, bestimmte religiöse Bräuche in Deutschland unter Strafe zu stellen?" oder
      "Sind sie dafür, die Beschneidung Minderjähriger in Deutschland unter Strafe zu stellen?"

      Zwei leicht verschiedene Fragen, die das gleiche meinen. Stellst du die erste, kannst du jedoch sicher sein, dass viele normale Menschen "sich gegen ein Beschneidungsverbot Minderjähriger" aussprechen.

      Traue keiner Umfrage, die du nicht selbst manipuliert hast.

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  2. So ist es. Trotzdem bleibt die Frage, in wie weit sich die Regierung noch um das Volk schert, denn alle Umfragen die ich gesehen habe, sprachen sich mehrheitlich gegen Beschneidung aus, z.T. mit weit über 70%.
    Was ich für eine mögliche Ursache halte, habe ich versucht in http://fsm-uckermark.blogspot.de/2012/07/das-wort-zum-freitag_19.html zu beschreiben.

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