24.05.2012

Das Wort zum Freitag

Aus einer taubenähnlichen Flasche wurde Heiliger Geist (Himbeergeist) ausgegossen


Da ja nun das Pfingstfest ins Haus steht und ich bisher weitestgehend vom christlichen Glauben verschont blieb, sah ich für uns Pastafari mal im Internet nach, was Pfingsten eigentlich bedeuten soll.
Auch hier stellte sich wieder heraus, dass die Christen nur ein Fest anderer gekapert haben. Diesmal das jüdische Wochenfest Schawuot. Es wurde am fünfzigsten Tag nach Ostern = Pessach = Passtah gefeiert, ein Erntedankfest, da die mit der Pessach beginnenden Weizenernte abgeschlossen ist.  
Der Bibel ist nun zu entnehmen, dass die Kumpels von Jesus, ihr wisst schon, die Jünger, lustlos herum lungerten, da ihr Anführer sie nicht mehr bespaßte, weil ans Kreuz genagelt. Es musste eine gute Geschichte her, um wieder besser drauf zu kommen.
Die Geschichte um die Auferstehung Christi an Ostern, ein Dauerbrenner bis heute, kam da gerade recht. Lt. Bibel traf man sich regelmäßig. Bei diesen Treffen soll man sich mehrmals an der Gegenwart des Auferstandenen in der Runde erfreut haben. Junge, müssen die hackesteif gewesen sein.
Diese Ziehungen fanden wohl so lange statt, bis man sich nach einer Pause sehnte. Zuvor ließ man es noch mal richtig krachen und nannte es Christi Himmelfahrt.
Die Treffen müssen vortrefflich gewesen sein, denn schon nach 10 Tagen Abstinenz hatte man wieder Lust, sich zu treffen. Eine weitere Begründung musste her, wie man den Drang zu ausschweifenden Trinkgelagen rechtfertigen kann.
Sie behaupteten also, die Nähe Gottes erfahren zu haben, durch ein Ereignis, das sie verwandelte, besser, mutiger machte. Natürlich mussten sie diese neue Mär in die Welt hinaus tragen. Als Transporteur suchten sich die lieben Jünger Jesu dazu den Pfingsttag, das jüdische Erntedankfest aus, um sich in Jerusalem erneut in liebgewordener Gemeinschaft zu versammeln:
Apostelgeschichte 2, 1- 14:
1 Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander.
2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
3 Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen,
4 und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa?
8 Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache?
9 Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, 10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom,
11 Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.
12 Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?
13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.
Müssen wir hier noch deutlicher werden? Punkt 13 – voll wie die Haubitzen, Mutti wartet zu Hause mit dem Nudelholz und man hat keine passende Ausrede parat, warum man so drauf ist und überhaupt ...
Die Punkte 1 – 12 sind schon ziemlich abgefahren. Heute hätte man damit keine Piratin überzeugt. Aber vielleicht waren damals die Mädels ja noch sehr leichtgläubig oder einfach nur froh, ihre Trunkenbolde wieder zu haben.
Seither wird dieses Pfingstfest als "Geburtstag der Kirche" bezeichnet und begangen. (Was natürlich, wie jeder spätestens seit Bergmeiers „Schatten über Europa“ weiß, nichts als Legende ist. Es war der Kaiser Theodosius, der die sich seit ewig streitenden Bischöfe befriedete, indem er die katholische Kirche als Staatskirche gründete und dabei gleich den Arianismus, dem noch Kaiser Konstantin anhing, verbot.)
Die Kirche erinnert an Pfingsten immer daran, dass die Jünger Jesu nach seinem Tod und seiner Auferstehung den Heiligen Geist auf sich herabkommen spürten und verkündeten seither die Taten Jesu.
Piratenhut ab! Das haben die gut zurecht gebastelt. Da wir Piraten aber keine noch so irre Geschichte erdenken müssen, um mal einen auf die Lampe zu gießen, könnt ihr das eben Gelesene gern auch ganz schnell wieder vergessen.
Habt einen schönen Freitag und genießt den arbeitsfreien Montag, der uns gegeben wurde, weil Christen so schön flunkern können. Und falls jemand von euch eine Idee hat, wie wir nun wir umgekehrt diesen Tag von den Christen kapern können, immer her mit dem Vorschlag.
RAmen

Kommentare:

  1. Na, machen wir doch einfach wieder das draus, was es mal war: 'n Erntedankfest! Was könnte man denn gleich mal ernten zu dieser Jahreszeit? Rum, äh Ruhm vielleicht oder mal zur Abwechslung Dank (für die Frühjahrsbestellung zum Beispiel - nein, nicht die bei Neckermann, die auf den Feldern natürlich)oder brüllendes Gelächter, das all die Religioten dieser Welt an diesem Tage ernten sollten.

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  2. Danke für die Idee. Die lässt sich gut verarbeiten. ;) Ja, da ergibt sich regelrecht eine logische Beweiskette. Dank deiner Erkenntnis, dass es um diese Zeit noch nicht recht was ernten gibt, müssen wir also vom herkömmlichen Erntedank abrücken. Was aber könnte dann gemeint sein? Es muss sich doch jedem sofort erschließen: Den Dank für die Ernte, die die tapferen Piraten nach ihrer ersten Frühjahrskaperfahrt mit nach Hause bringen. Wer wollte sich dem erdrückenden Indiz verschließen. Deshalb lasst uns in Zukunft nicht mehr Pfingsten, sondern Piratendank feiern. :)

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