25.08.2011

Das Wort zum Freitag


Heute möchte ich aus dem Evangelium zitieren, um euer Wissen zu erweitern oder aufzufrischen.

Piraten und der Glaube
Alexis Drummond

Pastafarianer in der ganzen Welt betrauern, dass die Piraterie im Niedergang begriffen ist. Das missfällt unserem Nudeligen Weltenlenker, dem Fliegenden Spaghettimonster, und Es zeigt Seine Unzufriedenheit, indem Es immer mehr Naturkatastrophen auf uns herniederregnen lässt. Allein das letzte Jahr hat gezeigt, wie sehr wir seinen Zorn auf uns gezogen haben – mit Tsunamis und Wirbelstürmen und Erdbeben, ganz zu schweigen vom anhaltenden Problem der globalen Erwärmung. Jenen jedoch, die mit dem FSMismus nicht so vertraut sind, muss es rätselhaft erscheinen, dass unser gnadenreicher Nudliger Herr und Meister ausgerechnet Piraten als seine Hirten erwählt hat.

Um dieses Rätsel lösen zu können, müssen wir einen Blick auf jene Zeit werfen, in der die noblen Haudegen die Musketiere noch unsicher machten. Piraten waren eine abergläubische Bande, und wahre Märchen kursierten über die Kreaturen, denen sie begegnet waren. Ein berühmtes Beispiel ist der Mythos, dass Piraten Seekühe fälschlicherweise für Meerjungfrauen hielten. In Wahrheit finden sich in unseren heiligen Texten Beweise dafür, dass es Meerjungfrauen tatsächlich gibt, dass das Fliegende Spaghettimonster diese jedoch in Seiner unendlichen, Nudeligen Weisheit vor uns verbirgt, um Seinen wachsenden Zorn zu zeigen. Doch ich schweife ab.

Bedeutsamer ist ein Mythos, der besonders durch „20.000 Meilen unter dem Meer“ bekannt wurde: der Kampf mit einem Riesenkalmar. Nichts ist einfacher, als die Existenz dieses Wesens für bare Münze zu nehmen, doch sieht man näher hin, wirkt einiges suspekt. Beispielsweise konnte die Wissenschaft jahrzehntelang als Beweis nur tote Exemplare vorweisen. Wie kommt es, dass nach so langer Suche urplötzlich ein lebendes Tier „entdeckt“ wurde? Und was ist ein Tintenfisch anderes als eine Kreatur mit Tentakeln und Glubschaugen?

Wir Pastafarianer wissen, dass der Mythos von einem Riesentintenfisch durch das Fliegende Spaghettimonster höchstpersönlich in die Welt gesetzt wurde, als Es sich Seinem erwählten Volk zeigte. Sie glaubten fest an Seine Macht und seine Nudelige Kraft, und so gewährte Es ihnen die seltene, beängstigende Gelegenheit zu einer Audienz. Es gibt auch Spekulationen, wonach bereits der erste Tintenfisch, der ein Schiff angriff, in Wahrheit das Fliegende Spaghettimonster war, welches die Piraten aus reiner Zuneigung umarmen wollte.

Was die Beweise angeht, die Wissenschaftler für die Existenz des Riesenkalmar gefunden haben wollen, so glauben wir: Das Fliegende Spaghettimonster hat dieses einzige Exemplar eines lebenden Riesentintenfisches als Prüfung erschaffen, um zu sehen, wer festen Glaubens war. Für jene, die es nicht waren, bestätigte der Tintenfisch die Mythen. Die aber, die an das Fliegende Spaghettimonster glaubten, wussten, dass das gefangene Objekt nur ein heuchlerischer Messias sein konnte, der nichts als leere Versprechungen und einen aparten Körpergeruch zu bieten hatte.

Nachdem uns die Bedeutung der Piraten nun bewusst ist, müssen wir uns dem Dilemma ihrer weltweit abnehmenden Zahl zuwenden. Fraglos gibt es zahllose Internetpiraten, die Raubkopien von Musik und Filmen vertreiben, doch die überwältigende Mehrheit schmückt sich nicht mit den Insignien, die für das Führen dieses edlen Titels nötig sind. Das FSM kann illegale Aktivitäten seitens dieser Individuen daher auch nicht gutheißen. Und so möchten wir diese Gelegenheit nutzen und jeden, der an diesen Handlungen teilnimmt, auffordern, sich eine angemessene Kluft für seine Profession zu suchen.

Abschließend sei gesagt, dass Piraten nicht nur ein essentieller Teil unseres Glaubens sind, sondern dass sie Einfluss auf das Wohlergehen unseres gesamten Planeten nehmen. Jeder fromme Pastafarianer sollte an religiösen Feiertagen seine Piratenkluft anlegen und jenen das Gute Wort predigen, welche der rettenden Gnade des Fliegenden Spaghettimonsters noch nicht teilhaftig wurden. Wer sich die erdrückenden Beweise ansieht und von Seinem Nudligen Anhängsel berührt wurde, der kann nur sagen: „Ich will leben wie ein Pirat!“

Gleichzeitig wollte ich noch einmal die kleidsame Piratenkluft ins Blickfeld rücken, da ja am Sonnabend übermorgen, am 27. August 2011, eine öffentliche Nudelmesse in der Z-Bar in Berlin Mittte, Bergstr. 2 stattfindet. Einlass ab 20:00 Uhr, Beginn 20:30 Uhr. Würde mich freuen, wenn dort viele Piraten auftauchen und die gern mit unseren legendären Fleischbällchen bewirten.

Außerdem löscht es hoffentlich das derzeit zu oft gezeigte Bild von alten Männern in Nachthemden aus, die sich wohl auf die Nachtruhe vorbereiten. Das, jedenfalls, vermute ich, da immer mehr Stimmen lauft werden die fordern, dass die Nachthemdenträger endlich ihr Irrlicht ausmachen sollen.

Bis Sonnabend also ein piratiges Arrrgh!

Eure 


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