05.06.2011

Mission possible - Pastafari auf dem Kirchentag I

Da waren wir also, auf dem Kirchentag. Auf Einladung von GeFAHR e.V., dem Organisator der Religonsfreien Zone in der Schauburg Dresden, waren wir angereist. Weil das keine Gegenveranstaltung war und Religiöse keinesfalls ausgeschlossen, durften wir dort eine Nudelmesse halten. Noch war es aber nicht so weit. Deshalb mischten wir uns erst mal unters Kirchenvolk. Überall wimmelte es von deren grünen Schals. Weil sich manche von ihnen aber als heimliche Piraten outeten, indem sie den Schal als Kopftuch trugen, fühlten wir uns richtig heimisch und hissten erst mal unsere Flagge vor der Frauenkirche.
Die Kirche hatte sogar ne Speakers Corner eingerichtet, die haben wir aber nicht getestet. Nette christliche Fräulein in weißen Kleidern, mit denen man sich fotografieren lassen konnte, standen herum. Vielleicht lag es daran, dass russische Touristen unbedingt auch ein Foto mit uns wollten. Nicht jeder wollte unsere Flyer haben.

Wir hatten 200 Einladungen zur Nudelmesse in der Schauburg mit und 100 zur Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters. Einige wurden wir aber doch los und oft gab es dabei interessante und sogar nette Gespräche. Mit einem christlichen Paar hatten wir ein recht ausführliches über Moral und Ethik. Klar gab es da keinen Konsens in der Begründung, in dem was wir wollten, schon.






Nachdem wir ein paar mal um die Frauenkirche rum waren, gings auf die Brühlsche Terasse.
Auch dort gab es wieder Gespräche.Genau das ist auch der Grund, warum wir solche Flyeraktionen richtig gerne machen.


Da gibts immer wieder Überraschungen. Wenn wir erst mal als welche von der Kirche oder gar als Sekte angenommen werden, wenn andere völlig fassungslos sind und nicht wissen, ob sie uns als Religion oder Spinner nehmen sollen oder wenn jemand, von dem wir dachten, der nimmt nie nen Flyer von uns, sogar danach fragt, uns gleich als Pastafari erkennt und noch mehr über unseren Glauben wissen will.

So wanderten  wir im Dienst der einzig wissenschaftlichen Religion langsam weiter. Auf der Augustusbrücke wehte nicht nur der Wind heftig, es war auch ziemlich laut. Von einer Bühne neben einem Riesenkreuz am Elbufer hämmerten Bässe. Die waren wohl dringend nötig, denn die paar Leutz, die da rum saßen, sahen ziemlich müde aus.

Nachdem wir auch auf der Hauptstraße und dem Albrechtplatz fleißig geflyert hatten, wurde die Tasche immer leichter. Den Rest legten wir beim Stand des GeFAHR e.V. vor der Schauburg mit ab. Mit monstergefälligem Werk hatten wir den Tag verbracht. Nun fühlten wir uns richtig wohl und freuten uns schon auf die Nudelmesse am nächsten.
Den Bericht darüber, so unsere Internetanschluss es will, gibts morgen im zweiten Teil.

Kommentare:

  1. Klasse weiter so und bei 10 Millionen Euro, mit denen der sächsische Staat die Veranstaltung unterstützt haben soll, wird es ja wohl auch für kostenlose Nudelgerichte für euch fleißige Nudel-Aktivisten gereicht haben. Oder etwa nicht?

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  2. Nein, kommt für uns überhaupt nicht in Frage. Eine Kirche, die sich in derartiger Höhe wie die beiden deutschen Großkirchen vom Staat finanzieren lässt, hat sich verkauf und ihre Selbstständigkeit verloren.

    Die geht uns über, na jedenfalls so ziemlich, alles.

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