05.12.2008

Tendenziöser RBB


„Pro Reli“, eine Initiative die mit kirchlicher Unterstützung und mit geschickt manipulativen Behauptungen das Pflichtfach Ethik an Berliner Schulen beseitigen will, erregt zur Zeit die Gemüter von Berlinern. So auch die von uns, dem KdFSM Berlin-Brandenburg e.V.

Wir wollten uns aber nicht nur erregen, sondern auch was tun.
Mit einer kleinen Gegendemo zur Eröffnung der zweiten Stufe des angestrebten Volksbegehrens. Das der Hausherr der Gedächntiskirche, an der das stattfand, was gegen unsere Anwesenheit hatte und uns bereits nach nicht einmal 5 Minuten ein Hausverbot aussprach, fanden wir noch normal.

Schön fanden wir die Reaktionen des größten Teils des Publikums. Interessiert hörten sie unsere Argumente und von vielen gab es Beifall. Oder Zuspruch, als die Polizei uns kritisch unter die Lupe nahm.

Am schönsten war jedoch das Interesse des Polyluxteams. Das machte nicht nur ein Interview, sondern auch viele Aufnahmen von uns. Über 20 min waren wir so beschäftigt. Zum Schluss gab´s sogar noch eine gemeinsame Aufnahme mit Sprechern der Initiative und uns als deren Gegener.

Ganz traurig war dann aber der Abend vor dem Fernseher, als die angekündigte Sendung kam. Nichts war da von uns zu sehen.



Dann kam die nächste Aktion. „Pro Reli“ nutzte einen Schülergottesdienst in der St. Marienkirche um anschließend eine Petition an den Vertreter des Regierenden Bürgermeisters zu übergeben. Klar, da waren auch wir wieder zur Stelle. Erst vor der Kirche, dann mit einer eigenen Petition gemeinsam mit „Pro Reli“ vor dem Berliner Rathaus. Beides vorher ordentlich angemeldet.

Wieder war ein Dreierteam vom RBB vor Ort, um Berlin zu informieren. Schon vor der Kirche wurden wir vom Chef des Teams recht mürrisch begrüßt. Es war ihm deutlich anzusehen, er kannte uns schon und mochte uns nicht. Unser Infomaterial, das wir ihm in die Hand drückten, gab er ungelesen an Passanten weiter.

Der dicke Hund kam aber vor dem Roten Rathaus. Entsprechend der Absprache warteten wir bis „Pro Reli“ seine Petition übergeben hatte und machten dann das gleich mit unserer. Der Kameramann, der alles aufgenommen hatte, wollte auch über uns berichten und begann, auch die Übergabe unserer Petition zu filmen. Was nicht nur normal, sonder auch Plicht des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist. Schließlich soll das allseitig, vielschichtig und wahrheitsgemäß berichten.

Sein Chef sieht das offensichtlich anders.
Mit einem klar und deutlich zu vernehmenden „Die wollen wir nicht“ brachte er die Kamera zum Abschwenken. Scheinbar hat er es nicht so mit der wahrheitsgemäßen und somit vollständigen Berichterstattung. Sonst würde er nicht ganz bewusst der Gegenmeinungen die Darstellung verweigern, Teile der Wahrheit ausblenden und so tendenziös berichten.

Oder war das gar nicht sein eigenes Handeln sonder bewusste Vorgabe des RBB?

Ist der RBB in Sachen „Pro Reli“ klar auf Seiten der Gegner des Pflichtfaches Ethik?

Handelt der RBB gegen seinen öffentlichen Auftrag?

Auch gut möglich.

1 Kommentar:

  1. Aus diesem Grund ist es wichtig, ein Massenmedium zu haben, das alle Seiten zu Wort kommen läßt: Der Merkur. Zu finden unter http://www.dermerkur.de

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